Herr Willing, wie sehen Sie Ihre Rolle als CIO bei Hella?
Die IT ist heutzutage vor allem ein Business Enabler; in dieser Rolle wird die Bedeutung der IT in Zukunft weiter steigen. Neben Themen, die die konzernweite IT-Landschaft betreffen, ist eine unserer Kernaufgaben, insbesondere die Produkt-IT effizient zu unterstützen. Ich selber sehe mich als Sparringspartner und Vermittler zwischen IT und Business, um gemeinsam mit den Fachbereichen die richtigen Themen voranzutreiben.
Welche Herausforderungen stehen bei der Digitalisierung der Geschäftsprozesse von Hella für Sie im Vordergrund?
Zum einen geht es bei der Digitalisierung um die systemtechnische Abbildung der Unternehmensprozesse aus einer "End-to-End"-Perspektive, ohne Systembrüche oder Mehrfachpflege redundanter Daten. Für eine erfolgreiche Digitalisierung und damit verbunden eine Effizienzsteigerung im Unternehmen ist das Zusammenspiel von Prozess, Infrastruktur und Applikation durch ein professionelles Enterprise Architecture Management ein entscheidender Stellhebel. Zum anderen gilt es eine Internet of Things-Plattform im Unternehmen zu etablieren, über die die vielfältigen Daten aus der Cloud an die jeweiligen Anwender übermittelt und ihnen zur Verfügung gestellt werden.
Welchen Weg verfolgen Sie beim Ausbau der IT-Landschaft?
Wir müssen gemeinsam mit anderen Unternehmensbereichen herausarbeiten, an welcher Stelle im Unternehmen die IT in welcher Form zur Wertsteigerung beitragen kann. Grundsätzlich gilt, dass wir – auch aufgrund der immer weiter steigenden Komplexitäten in unserer Branche – vieles standardisieren können und spezifische Sonderentwicklungen nur dann vornehmen sollten, wenn wir hieraus einen direkten Vorteil generieren können.
Welches Ziel haben Sie bei der Entwicklung einer Plattform- und Cloudstrategie für Hella?
Eine Cloudlösung ermöglicht es uns, schnell und flexibel auf Kundenanforderungen zu reagieren. Gerade vor dem Hintergrund, dass die Innovationsgeschwindigkeit in der Automobilbranche weiter zunimmt, ist die eigene Agilität ein wichtiger Schlüssel für uns. Zudem arbeiten wir an einer IT-Landschaft, die identische Kundenanforderungen sowie gleiche Funktionen weltweit nur mit einer Applikation unterstützt.
Sie waren zuvor in anderen Branchen außerhalb der Automobilindustrie tätig. Welche Unterschiede sehen Sie zur IT bei einem Automobilzulieferer?
Die Unterschiede aus strategischer Perspektive sind eher gering. Ich war in den vergangenen sechs Jahren in der Windenergiebranche tätig. Die Anforderungen an die IT eines Herstellers von Windturbinen sind absolut vergleichbar mit denen bei Hella. Neben Prozessautomatisierung und Effizienzsteigerung durch optimal unterstützte Prozesse sind Big Data und Data Analytics die Schlüsselthemen der kommenden Jahre.
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