Haben die verbliebenen noch rund 18.000 Beschäftigten von Opel in Deutschland in den vergangenen 15 Jahren nicht schon genug Opfer gebracht, um ihr Unternehmen am Leben zu erhalten? Ja, das haben sie. Es reicht, sagen sich viele. Doch gibt es eine Alternative zur Neuaufstellung inklusive deutlicher Stellenreduktion? Nein, das gibt es nicht.
Tatsächlich ist der PACE-Plan von Opel-Chef Michael Lohscheller, der nichts anderes als ein ins Deutsche übersetzter Sanierungsplan von PSA-Chef Carlos Tavares ist, der letzte Schuss, den die Opelaner haben. Scheitert PACE, wird Opel im besten Falle noch als Marke weiterleben, vergleichbar einstigen Ikonen wie AEG oder Telefunken.
Die Abwicklung und der buchstäbliche Abriss des Bochumer Opel-Werkes sollte den Opelanern Warnung genug sein, um zu wissen, was unvermeidbar geschehen wird, wenn Standorte bei Effizienz und Kostenstrukturen nicht auf Augenhöhe mit externen und auch internen Rivalen stehen.
Die gleichen Fragen sollten sich all die Politiker stellen, die in den vergangenen Wochen den Erhalt aller Standorte und Arbeitsplätze in ihren Wahlkreisen gefordert haben. Nach 19 Jahren Verlust muss Opel jetzt den Turnaround schaffen, auch wenn es weh tut. Die Alternative dazu könnten nur noch drastischere Schritte sein.