Einen Kulturwandel bei Volkswagen einzuleiten gehört zu den wichtigsten Themen des Vorstands unter der Leitung von Matthias Müller. Galt doch der autoritäre Stil von dessen Vorgänger Martin Winterkorn als ein Grund dafür, weshalb die Manipulation von weltweit rund elf Millionen Dieselfahrzeugen einerseits überhaupt zustande kommen konnte und andererseits so lange unentdeckt geblieben war. Müller persönlich pflegt zwar einen ganz anderen Stil als Winterkorn und hat auch in den ersten Wochen Privilegien wie den Vorstands-Aufzug abgeschafft und will Entscheidungen dezentraler treffen lassen, aber der Wandel der Kultur eines Unternehmens wie Volkswagen braucht seine Zeit.
Kulturwandel kann bis zu zehn Jahre dauern
"Fünf bis zehn Jahre" schätzt Lkw-Vorstand Andreas Renschler im Interview mit dem "Handelsblatt". Immerhin hat der Autobauer mehr als 600.000 Mitarbeiter. Trotzdem ist der Manager zufrieden: "Wir kommen aber gut voran." Dass die Beschäftigten größtenteils noch nichts von der veränderten Kultur bemerken, erklärt Renschler mit der Zeit, die für den Wandel benötigt wird.
Über die Mobilität der Zukunft äußert sich der Manager zurückhaltend. Längst nicht alles, was heute schon fast als Realität gelte, werde es in zehn Jahren geben. Die Vernetzung wird seiner Ansicht nach hingegen deutliche Fortschritte machen, etwa bei der Steuerung von Verkehrsströmen.
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