Die Frage, ab wann der VW-Vorstand von den Manipulationen der Abgaswerte gewusst hat, gehört zu den spannendsten im Zusammenhang mit dem Abgas-Skandal – nicht nur, weil die Antwort für die noch laufenden Schadenersatz-Prozesse der Aktionäre von entscheidender Bedeutung ist. Denn wenn die Manager tatsächlich früher Bescheid gewusst und die Aktionäre nicht informiert haben, hat VW seine Ad-hoc-Pflicht verletzt und die Chancen der Aktionäre auf Schadenersatz steigen beträchtlich.
Wie der "Spiegel" unter Berufung auf Ermittlungsakten der Staatsanwaltschaft Braunschweig berichtet, soll es am 8. November 2007 ein Treffen gegeben haben, bei dem es um die Frage ging, wie ein Dieselmotor umgerüstet werden könnte, um die amerikanischen Stickstoff-Grenzwerte einzuhalten. Es handelt sich um den Motor, der später manipuliert wurde und den Abgas-Skandal auslöste. Dabei seien mögliche technische Lösungen wie ein leistungsstärkerer Katalysator ebenso vorgestellt worden wie eine Software, die unterscheiden kann, ob das Auto auf der Straße oder auf einem Prüfstand unterwegs ist.