Die Zeichen mehren sich, dass Rupert Stadler nicht mehr auf den Chefsessel der Premiumtochter Audi zurückkehrt. Noch gibt es keine offizielle Bestätigung, dass BMW-Manager Markus Duesmann, den die Wolfsburger in den Konzernvorstand holen die Stelle des Audi-Chefs übernimmt, doch diverse gleichlautende Medienberichte legen den Schluss nahe: Stadlers Karriere bei Audi ist vorbei. Es wäre das Ende seiner elfjährigen Laufbahn an der Spitze der Ingolstädter. Für manchen Branchenbeobachter ein überfälliger Schritt. Stefan Randak, der Leiter der Praxisgruppe Automotive bei der Managementberatung Atreus: "Man hätte Stadler längst freistellen müssen." Doch auch dieser selbst hätte "schön längst die Reißleine ziehen müssen", sagt der Experte.
Stadler war im Guten wie im Schlechten der Erbe seiner Vorgänger Ferdinand Piech und Martin Winterkorn. Er übernahm einen gut aufgestellten Premiumhersteller, der das Ziel hatte, die Rivalen BMW und Mercedes-Benz demnächst hinter sich zu lassen.
In den ersten Jahren schien dieses Ziel durchaus erreichbar zu sein. Audi reihte Absatzrekord an Absatzrekord und verkaufte 2011 erstmals mehr Autos als Mercedes. Nicht nur Stadler war überzeugt davon, dass die Ingolstädter auch BMW bald abhängen würden.