Genf. Wer in den vergangenen Jahren den Auto-Salon in Genf besuchte, konnte den Eindruck gewinnen, dass alle Hersteller ohne schnell verfügbare Elektroautos im Portfolio bald gar keine Autos mehr verkaufen würden. Die gesamte Branche war buchstäblich elektrisiert, klassische Antriebe standen quasi auf der roten Liste der aussterbenden Arten. Mittlerweile hat sich der Hype ums E-Car weitgehend verflüchtigt. „Der Genfer Auto-Salon 2012 läuft auf traditionellen Gleisen“, urteilt der Automobilwirtschaftler Ferdinand Dudenhöffer, „die Autoindustrie fährt wieder ‚traditionell‘.“ Statt immer neue, visionäre Antriebskonzepte ins Rampenlicht zu stellen, konzentrieren sich die meisten Hersteller wieder auf das noch für lange Jahre zentrale Geschäft: den Bau effizienter Verbrennungsmotoren.
VW etwa stellt in Genf die komplett neu entwickelte Ottomotoren- Baureihe EA211 vor, die eine wesentliche Antriebsoption des neuen modularen Querbaukastens (neuer Audi A3, nächster VW Golf etc.) sein wird. Erstmals bei einem Vierzylinder-Großserienaggregat kommt bei der neuen TSI-Motorenfamilie das sogenannte aktive Zylindermanagement (ACT) – eine Zylinderabschaltung im Teillastbetrieb – zum Einsatz. Bei geringen oder mittleren Drehzahlen (1250 bis 4000 Umdrehungen pro Minute) legt die Motorelektronik die Zylinder zwei und drei lahm. Dadurch sinkt der Benzinverbrauch nach VW-Angaben im mittel um rund 0,4 Liter je 100 Kilometer.Bei konstanter Fahrt mit Tempo 50 im dritten oder vierten Gang kann sich sogar eine Einsparung von einem Liter ergeben. Insgesamt kommt das erste VW-Modell mit diesem Motor, der in Genf debütierende Polo Blue GT mit einer Leistung von 140 PS, auf einen Durchschnittsverbrauch von 4,5 Liter je 100 Kilometer, falls auch das optional erhältliche Siebengang-DSG an Bord ist. Das entspricht einem CO2-Ausstoß von 105 Gramm pro Kilometer – für einen Fünfsitzer mit dieser Leistung beachtlich. Ähnliche Sparanstrengungen sind bei vielen Genf-Neuheiten zu beobachten. Im Fiat-Konzern wird der Zweizylinder-TwinAir- Motor weiter verbreitet, etwa im neuen Fiat 500L und im Alfa MiTo. Peugeot fährt den Kleinwagen 208 mit einer neuen Generation von Dreizylinder-Benzinern vor. BMW präsentiert mit dem 116d Efficient Dynamics (3,8 Liter/100 km) das effizienteste Modell der Marke, und selbst die neue Generation des Luxus-Sportwagens Mercedes SL wurde dank neuer Motoren um bis zu 29 Prozent sparsamer.Zurück zum Verbrenner
Wer in den vergangenen Jahren den Auto-Salon in Genf besuchte, konnte den Eindruck gewinnen, dass alle Hersteller ohne schnell verfügbare Elektroautos im Portfolio bald gar keine Autos mehr verkaufen würden. Die gesamte Branche war buchstäblich elektrisiert, klassische Antriebe standen quasi auf der roten Liste der aussterbenden Arten.