München. Anhand eines neu entwickelten Forschungsfahrzeugs wird Zetsche ein Konzept für autonom fahrende Autos vorstellen, sagte ein Daimler-Sprecher zur Automobilwoche. Vier variable Lounge- Sitze soll demnach der Mercedes der Zukunft haben. Sie lassen sich um 360 Grad drehen und haben nichts mehr mit den herkömmlichen starren Autositzen zu tun. Das eigentlich überflüssige Lenkrad ist dennoch nicht völlig verschwunden – es kann ausgefahren werden, sodass der Fahrer die Kontrolle des Wagens übernehmen kann, wenn er es will. Für Daimler ist das Auto der Zukunft mehr als ein reines Transportmittel. „Es wird zum wertvollen privaten Rückzugsraum im immer dichter werdenden Verkehr“, hieß es dazu kürzlich bei dem von Daimler initiierten TecDay „Autonome Mobilität“. Aus diesem Grund konzipierten die Stuttgarter den Innenraum ihres Forschungsfahrzeugs als „digitalen Erlebnisraum“, in dem die Insassen über Gesten oder Berührungen des Displays intuitiv mit dem Fahrzeug kommunizieren. Über Sensoren werden Bewegungen von Augen, Hand und Fingern registriert. „Die Wünsche der Mitfahrer sollen gleich erkannt werden“, heißt es bei Daimler. Außerdem ist das Innere des Autos mit Displays ausgestattet, auf denen die Fahrzeugumgebung ins Auto geholt wird. Autozulieferer Continental wird auf der CES erstmals die nächste Entwicklungsstufe des Software-Konzepts eHorizon präsentieren, bei dem der Wagen künftig mit dynamischen Echtzeit- Karten ausgestattet wird. Autofahrer sollen so aktuell über Staus, Fahrbahnsperrungen oder Baustellen informiert werden. Zusammen mit Nokia Here und IBM hat Conti diesen Service entwickelt. „Wir sehen dies als einen weiteren Schritt in Richtung hochautomatisiertes Fahren“, sagt ein Conti-Sprecher. Ein weiteres Thema für den Zulieferer sind Smartwatches, die als Autoschlüssel genutzt werden können. US-Softwarespezialist Visteon zeigt als Highlight seine Lösung „Semper Novus“, zu Deutsch „immer neu“. Die Software soll sicherstellen, dass Fahrzeuge über ihre gesamte Lebensdauer stets die neuesten Technik-Updates empfangen können. Auch die Display- Optik wird so auf dem neuesten Stand gehalten – egal wie alt der Wagen ist.
Daimlers Forschungsfahrzeug
Zetsches Auto-Vision
Wie sieht das Auto der Zukunft aus? Daimler-Chef Dieter Zetsche hat auf diese Frage konkrete Antworten. Während seiner Eröffnungsrede der Consumer Electronics Show 2015 (CES) am Abend des 5. Januar will er sie in Las Vegas geben.