Kennen Sie den Felchen? Dies ist ein Fisch, der im Bodensee immer seltener wird. Denn der See ist zu sauber. Dank der Deutschen Umwelthilfe fehlt den Tieren das Plankton. Vielleicht sollte die DUH in Radolfzell jetzt den Fischen helfen, anstatt die Stickoxide eines Opels zu überprüfen, die Ergebnisse unter Verschluss zu halten und dennoch Irreführendes für den Verbraucher zu verkünden. Hauptsache, man fährt Trittbrett und nutzt die Gunst der Stunde. Hauptsache, man stellt die deutsche Autoindustrie an den Pranger. Während sich der Rest der Welt, allen voran unsere amerikanischen Freunde, über uns Deutsche lustig machen. Von "Hans and Frans Engineering" ist in den Kommentaren bei Automotive News zu lesen. "Sergeant Schultz with broken English" nennt man den US-VW-Chef. Jetzt haben auch noch zwei US-Wissenschaftler 60 anonyme Tote durch VW-Stickoxide ermittelt – Pick-ups und Waldbrände rausgerechnet.
Und was machen wir? Wir sagen entweder gar nichts oder zerfleischen uns erst mal selbst – typisch deutsch, unsachlich, aber dafür umso gründlicher. "Es werden jetzt Hunderte von Testergebnissen aufsteigen, wo irgendjemand irgendetwas gefahren hat", prophezeite BMW-Entwicklungsvorstand Klaus Fröhlich bereits vor vier Wochen auf dem Automobilwoche Kongress. Wo ist eigentlich Matthias Wissmann? Diese Frage höre ich immer öfter. Hätte er als VDA-Präsident bei Günther Jauch vor gut vier Wochen nicht in der Runde sitzen müssen? Man kann darüber streiten. Doch seit den glanzvollen IAA-Auftritten neben der Kanzlerin ist es ungewöhnlich still geworden um den Cheflobbyisten der deutschen Automobilindustrie. Dabei wäre es doch bei all der Kakofonie der Ideologen und sogenannten Experten in Politik und Gesellschaft langsam an der Zeit, die Fakten zu nennen, Kante zu zeigen im Sinne des Selbstzünders und gegen die allgemeine Verunsicherung. Wie das geht, hat Wissmann doch 2012 schon einmal vorgemacht. Bei der VDA-Kampagne "Clean Diesel. Clearly Better."