Essen. Das Deutsche Kfz-Gewerbe hat die Pläne des Bundesverkehrsministers für ein Wechselkennzeichen scharf kritisiert. Der wiedergewählte ZDK-Präsident Robert Rademacher sagte im Rahmen der ZDK-Mitgliederversammlung in Essen, dass das Wechselkennzeichen in Deutschland "kaum Impulse für die Anschaffung verbrauchsarmer Zweit- oder Drittfahrzeuge“ bringen werde, da es Berlin auf zwei Fahrzeuge der gleichen Klasse beschränken wolle. Zudem sollen nach dem Willen des Verkehrsministers Autos ohne vollständiges Wechselkennzeichen nicht im öffentlichen Raum abgestellt werden dürfen. Rademacher: "Das heißt konkret: Halter von Fahrzeugen mit Wechselkennzeichen müssen über eine Garage oder ein eigenes Grundstück mit Parkfläche verfügen. Das schließt viele Bewohner von Mietwohnungen vor allem in Städten als Nutzer des Wechselkennzeichens praktisch aus.“
Da zudem der Finanzminister steuerliche Anreize ablehne und auch die Versicherungswirtschaft noch keine Vorschläge gemacht habe, wie sie das Wechselkennzeichen attraktiv gestalten wolle, würden sich die Prognosen von Fachleuten, dass ein Wechselkennzeichen fast 100.000 Autofahrer zum Kauf eines verbrauchsgünstigen Zweit- oder Drittwagens animieren könnte, "mit dieser Minimalversion nicht erfüllen“. Rademacher: "So ist das Wechselkennzeichen auf dem besten Wege, ein Witzkennzeichen zu werden.“