München. Damit läge man noch innerhalb des „Toleranzbereichs, der nicht als Krise bezeichnet werden kann“. Zudem hätten sich die Bruttogewinne bei Neuwagen besser gehalten, als es angesichts des Preisdrucks aus dem Internet zu erwarten war. Bei den Gebrauchtwagen gebe es nicht nur ein mengenmäßiges Plus, das allerdings auch auf viele Kurz- und Eigenzulassungen zurückzuführen sei, sondern auch eine „bemerkenswerte Erholung der Bruttogewinne“, sagte Rademacher. Die Werkstattauslastung liege zwar per September ein Prozent niedriger als im Vorjahreszeitraum, mit dem Bruttogewinn könnten die Betriebe aber in der Regel zufrieden sein. Auch der Blick aufs kommende Jahr fällt optimistisch aus. Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen seien gut, und die auf der IAA vorgestellten Modelle würden 2014 ihre Wirkung entfalten und einen kleinen zusätzlichen Schub bewirken. „In der Summe könnten es somit 3,0 Millionen Neuzulassungen werden.“ Prognosen Von 3,1 oder 3,2 Millionen bezeichnete er als „unsinnig“. Erneut kritisch äußerte sich Rademacher zu Neuwagenangeboten im Netz. Hier differenzierte er allerdings zwischen Börsen wie Mobile.de und AutoScout24, in denen Händler unter ihrem Namen aufträten, und Portalen, in denen Anonymität herrsche. Die Kritik galt Letzteren, da der „Deckmantel der Anonymität“ offenbar bei der Preisgestaltung zu „Schweinereien“ verleite, die man im Licht der Öffentlichkeit nicht machen würde. Rademacher betonte, dass die Preise dort ein Zerrbild der Realität vermittelten und auch die Marken in Mitleidenschaft zögen. Für Rademacher war es die letzte Bundestagung als ZDK-Präsident. Zur Nachfolgefrage hielt er sich bedeckt. Erst im Februar will er seinen Vorschlag verkünden. Rademacher verriet aber zumindest, welche Eigenschaften der künftige ZDK-Präsident mitbringen sollte. Es sei wichtig, dass er mit den großen Herstellern und Importeuren auf Augenhöhe sprechen könne. Wenn er zudem schon Verbandserfahrung habe, wäre das auch nicht schlecht. Von der Spitze einer großen Handelsgruppe müsse ein ZDK-Präsident seiner Meinung nach aber nicht kommen. Rademacher selbst war lange Jahre Geschäftsführer der Gottfried-Schultz-Gruppe. Er wird im kommenden Sommer nach acht Jahren an der ZDK-Spitze nicht zur Wiederwahl antreten.
ZDK hofft auf Endspurt
ZDK-Präsident Robert Rademacher erwartet ein versöhnliches Jahresende für den deutschen Autohandel. Zwar werde man den Rückstand von aktuell rund sechs Prozent bei den Neuzulassungen wohl nicht mehr aufholen, es gebe aber „durchaus Hoffnung auf einen versöhnlichen Jahresabschluss“, sagte er bei der Bundestagung in München. „Auf das Jahresende hochgerechnet könnten es aber noch 2,9 Millionen Einheiten werden – das wären dann drei Prozent unter dem bei 3,0 Millionen Einheiten zu suchenden Normalmarkt, auf den wir uns dauerhaft einzurichten haben“, erläuterte der ZDK-Präsident.