München. Ob angesichts des schwachen Starts in die Saison die Jahresprognose für den Winterreifenabsatz von plus drei Prozent auf 22,4 Millionen zu halten ist, müsse man zumindest infrage stellen, sagt Drechsler. Dabei habe der BRV ohnehin deutlich konservativer gerechnet als die Reifenhersteller. Zum jetzigen Zeitpunkt wäre man jedenfalls schon zufrieden, wenn es gelänge, das Vorjahresergebnis wieder zu erreichen. Andreas Penkert, Geschäftsführer Marketing und Vertrieb bei Pirelli Deutschland, erwartet ein „relativ kurzes, auf vier bis fünf Wochen komprimiertes Winterreifengeschäft“. Beim Absatz sieht er ein leichtes Plus, insbesondere im Premiumsegment für leistungsstarke Pkw und SUVs. Wie groß der Zuwachs ausfallen wird, hänge nicht zuletzt von den Witterungsverhältnissen ab. „Der Reifenfachhandel wartete die letzten Wochen auf die Umrüstsaison“, heißt es von Goodyear Dunlop Handelssysteme (GDHS). Mitte Oktober sei das Geschäft bei den Privatkunden angelaufen. Die ersten Schneefälle in Süddeutschland hätten den Betrieben zusätzliche Umrüsttermine verschafft. Auch Euromaster-Chef Matthias Schubert berichtet von einem Anziehen des Geschäfts Ende Oktober. Die Kunden kämen aber nicht nur wegen des Reifenwechsels, sondern auch für andere Werkstattdienstleistungen.
Nachfrage gebremst
Zäher Start in die Winterreifensaison
Der Oktober ist in den meisten Jahren der absatzstärkste Monat für den Winterreifenverkauf. Doch dieses Jahr hat das warme Wetter dem Handel einen Strich durch die Rechnung gemacht. „Der Oktober wird wohl deutlich unter dem Vorjahreswert bleiben“, sagt Hans-Jürgen Drechsler, Geschäftsführer des Reifenfachhandelsverbands BRV. Im vergangenen Jahr wurde im Oktober noch jeder dritte Winterreifen des Gesamtjahrs verkauft. In diesem Jahr bleibt der Branche nur das Hoffen auf den ersten Schnee. Denn anders als bei Firmenkunden ist bei Privatpersonen das Wetter entscheidend für Reifenwechsel und -kauf. Deshalb helfen auch Werbeaktionen für frühes Umrüsten nur bedingt.