Zweibrücken. „Es überlebt, wer am schnellsten auf Veränderungen der Kunden und des Markts reagiert und bestimmte Dinge verändert – ohne sich zu verbiegen“, so der 44-jährige Familienvater. Gelernt hatte Duymel zunächst Steuerfachgehilfe, die Basis für seine Laufbahn im Autohandel legte Er 1990 mit einer Kfz-Mechanikerlehre bei Stoltmann. Sein Weg führte ihn dann durch alle Abteilungen des Autohauses, bis er schließlich „rechte Hand“ des Unternehmensgründers wurde.
Rückkehr nach Zweibrücken
Nach einem Intermezzo in der Toyota Autowelt in Kaiserslautern kehrte Duymel 2003 nach Zweibrücken zurück, weil Firmengründer Stoltmann ihm die Nachfolge anbot. Duymel griff zu. Ein Jahr lang führten beide das Unternehmen. „Das gemeinsame Übergangsjahr hat den Generationswechsel erleichtert“, sagt der heutige Chef, zum Beispiel bei den Gesprächen mit Banken. übernahm Duymel als geschäftsführender Gesellschafter den Betrieb in Zweibrücken mit damals 23 Mitarbeitern. Heute gehören zwei weitere Autohäuser in Pirmasens und Hördt sowie eine Lackiererei zum Unternehmen, die Zahl der Beschäftigten ist auf 55 gestiegen. „Wir scheuen uns nicht, Neues auszuprobieren. Wenn es nicht funktioniert, lassen wir es wieder.“ Dabei seien die Abteilungen so autonom, dass sie Prozessveränderungen selbst umsetzen können. „Es nützt nichts, wenn ich als Geschäftsführer alles vorgebe.
Bewährter Name bleibt
Dass das Autohaus weiter unter dem eingeführten Namen laufen würde, war von Anfang an klar: „Erstens ist es gut für die Kundenbindung“, sagt der Geschäftsführer, „und für mein Ego brauche ich auch keine Umbenennung.“ Und so wirbt das Autohaus wie eh und je mit dem Namen Stoltmann – allerdings im Printbereich schon seit drei Jahren nicht mehr in Zeitungen, sondern mit Flyern. Zwölf- bis ¬15-mal pro Jahr werden diese Werbeträger an Haushalte verteilt, Auflage je 120.000 Exemplare. „Das kostet uns genauso viel wie Zeitungswerbung, aber wir bringen viel mehr unter.“ 540 Neuwagen wurden im Jahr 2013 verkauft. Über die angeschlossenen Partner – Stoltmann ist Toyota- Gruppenhändler – kamen weitere 520 dazu. Für das laufende Jahr „sind wir zufrieden, wenn wir dieses Niveau halten“, sagt Duymel. Im Businessplan sei keine Steigerung geplant, „weil wir mit unserem hohen Niveau auch einfach mal zufrieden sein müssen“. Gleichwohl stehen die Zeichen auf Expansion: 2015 wird Duymel in Ludwigshafen 2,5 Millionen Euro in sein viertes Autohaus investieren und 15 neue Arbeitsplätze schaffen – als ein weiteres klares Bekenntnis zur Marke. „Wir sind erfolgreich, weil wir Toyotaner sind“, sagt der Geschäftsführer. Über eine Mehrmarkenstrategie habe er „noch nie nachgedacht“. Neue Mitarbeiter sollten „Herzblut für das Produkt“ mitbringen. „Man kann eine Marke nicht nebenbei mitmachen“, ist Duymel überzeugt: „Lieber eine zweite Filiale als eine zweite Marke.“
Deutschland als Outlet-Center
Neuwagenvermittler beliefert Duymel nicht. „Natürlich haben wir auch Kunden, die mit dem Meinauto-Angebot kommen.“ Insgesamt nehme die Bereitschaft ab, für eine Dienstleistung zu bezahlen. „Viele Leute haben den Eindruck, dass Deutschland das Outlet-Center für Autos ist.“ Punkten könne der stationäre Handel dann zum Beispiel bei der Inzahlungnahme. Allerdings gibt man die Schnäppchenjäger bei Stoltmann noch nicht verloren: „Auch Internetkäufer werden bei uns im Service gut bedient“, betont Duymel. Festpreisangebote für Neukunden in der Werkstatt lehnt er jedoch ab: „Damit bestrafe ich alle Stammkunden.“