München. Automobilzulieferer TRW plant, bei seinen Fahrerassistenzsystemen künftig den Umweltaspekt in den Fokus zu rücken. "Bei Feldversuchen mit Fahrzeugen, die über einen Abstandsregeltempomat verfügen, ergab sich quasi als Nebeneffekt eine Verbrauchsreduzierung um bis zu 15 Prozent", erklärt Alois Seewald, Direktor für die Vernetzung von aktiven und passiven Sicherheitssystemen bei TRW. Die Zahl der Unfälle bei den Versuchen sank durch die Adaptive Cruise Control (ACC) um 12,9 Prozent. Der Zusammenhang zwischen Unfällen und Emissionen erscheint logisch: "Je weniger Unfälle passieren, umso besser fließt der Verkehr, und damit sinken Kraftstoffverbrauch und CO2-Emissionen", erklärt Seewald.
Wie Navi und Tempomat den Verbrauch senken
Die Theorie klingt überzeugend, in der Praxis steht dem jedoch eine vergleichsweise geringe Verbreitung des ACC-Systems gegenüber. So ist dieses Feature derzeit vorwiegend für Ober- und Luxusklassemodelle zu haben. Lediglich VW und Ford bieten ACC in ihren Volumenmodellen Passat und Mondeo an - mit vergleichsweise geringen Ausstattungsquoten. VW beispielsweise, größter Kunde von TRW, verlangt für den Abstandsregeltempomat je nach Ausstattung bis zu 1045 Euro - gekoppelt an bestimmte Motor-Getriebe-Kombinationen. Daher werden nur rund sechs Prozent aller Passat mit ACC geordert. "Derzeit entwickeln wir einen 24-Gigahertz-ACC-Sensor, der 80 Prozent der Leistung bisheriger Systeme zum halben Preis bietet", sagt Seewald. Damit soll ACC auch für Fahrzeuge im C-Segment erschwinglich werden. Doch die neue Technik wird kaum vor 2010 ihren Weg in die Großserie finden. "Derzeit registrieren wir vor allem bei Fahrzeugherstellern aus dem süddeutschen Raum eine erhöhte Nachfrage nach weiterentwickelten ACC-Komponenten", berichtet Seewald. Für TRW bedeutet dies weiteres Wachstumspotenzial. Schon heute erwirtschaftet das Unternehmen mehr als 80 Prozent seiner Erlöse mit Sicherheitssystemen.