Graz. „Hochfeste Stähle machen Fahrzeuge leichter, sicherer und umweltfreundlicher, ohne dass die Produktionskosten erhöht werden“, sagt Daniela Kitting vom Forschungsbereich „Mechanics and Materials“ des Grazer Forschungszentrums Virtual Vehicle. Doch die Simulierbarkeit des Werkstoffs ist noch nicht gegeben, und damit ist seine industrielle Anwendung noch stark eingeschränkt. Diese Wissenslücke soll das EU-Projekt ENFASS schließen. An dem auf drei Jahre angelegten Projekt unter Federführung von Virtual Vehicle sind unter anderem Voestalpine Stahl und Daimler beteiligt. Ziel von ENFASS ist es, ein Rechenmodell zu entwickeln, mit dem sich das Verhalten hochfester Stähle in puncto Korrosionsschutz, Festigkeit und Verformbarkeit am besten simulieren lässt. Mit der Qualität der Simulation steigt auch die Möglichkeit, das Verformungspotenzial des Werkstoffs bestmöglich auszunutzen, was einerseits größere Sicherheitsreserven bei einem Crash bedeutet, andererseits den Designern mehr Freiheiten gibt. Und die Stahlhersteller versprechen sich von ENFASS neue Spielräume bei der Entwicklung neuer Werkstoffe.
Werkstoffe verlieren ihre Geheimnisse
Stahl zählt nach wie vor zu den wichtigsten Materialien im Automobilbau. Vor allem moderne sogenannten hoch- und höchstfeste Stähle finden im Pkw- Bau eine immer breitere Verwendung. Durch die geringere Wandstärke hochfester Stähle kann eine Materialersparnis von bis zu einem Viertel erreicht werden.