Wenn nur die Wissenschaftler das Sagen hätten, auf der IAA in Frankfurt hätte man wohl kein einziges Hybrid-Auto gesehen - nicht einmal bei Toyota. Denn es gibt beim Auto keinen ineffektiveren und vor allem teureren Weg, um Kohlendioxid einzusparen, als die aufwendige Kombination von Benzin- und Elektromotor. Eine Tonne des mutmaßlichen Klimakillers mittels eines Hybrid-Antriebs zu vermeiden, kostet den Autokäufer 1000 Euro. Mit einem modernen Diesel- oder Benzin-Direkteinspritzer reichen 500 Euro für den gleichen Einspareffekt. Auch diese Summe ist aberwitzig hoch. Denn jenseits des Autos lässt sich etwa beim Eigenheimbau eine Tonne CO2 schon mit 50 Euro einsparen, beim Kraftwerksbau sind sogar nur fünf Euro erforderlich. So viel zum ökonomischen Sachverstand unserer Umweltpolitiker, die gerne verschweigen, wer diese Mehrkosten jeweils zu tragen hat: der Verbraucher. Doch dessen Ratschluss ist bekanntlich nicht immer von rationalem Denken geprägt. Wenn es in den vergangenen Jahren einen Mega-Trend in der Autoindustrie gibt, dann den: Die Kunden kaufen Autos, die sie nicht brauchen. Ob siebensitziger Van oder hochbeiniger Geländewagen - oder besser noch die Kombination aus beiden: Oftmals werden Features verlangt und dann nicht genutzt. Hätte Porsche den Cayenne nur mit Hinterradantrieb ausgeliefert, wahrscheinlich wäre es nur einem Prozent der Kundschaft aufgefallen. Warum also kein Hybrid-Antrieb? Der nutzt zwar der Umwelt so wenig wie ein VW Touareg mit Differenzialsperren und Untersetzung im Flachland. Aber solange die Käufer bereit sind, für derlei Überflüssiges viele Tausend Euro auszugeben, warum nicht. Auch der Erfolg des Hybrid ist letztlich eine Frage des Marketings. Vor einigen Wochen berichtete mir eine erfolgreiche Managerin, ihr Sohn habe sich geweigert, von ihr in einem Audi Q7 in die Schule gefahren zu werden - wegen der Klimadebatte. Sie habe daraufhin die Bestellung ihres Dienstwagens rückgängig gemacht und fahre nun einen "langweiligen Kombi". Vielleicht hätte das Schild "Hybrid" am Kofferraum ihren Filius ja mit dem Q7 versöhnt, meinte die Dame. Ich hätte ihm ein Fahrrad hingestellt. An ein noch größeres Prachtstück von Sohn ist Ex-US-Vizepräsident Al Gore geraten. Al Gore III. wurde bei San Diego von der Polizei mit 160 Sachen, "high" und mit einem Handschuhfach voll Marihuana erwischt. Wenigstens war er politisch korrekt unterwegs - im Toyota Prius. Für Familie Gore also kein Grund zur Sorge.