München. Zusätzliche Freiheiten bis zum Einsatz von Augmented Reality, also die Überlagerung von Realität und virtuellen Bildern, bieten künftige Head-up-Displays. Aktuelle Systeme können nicht viel mehr, als Daten ins Sichtfeld des Fahrers zu projizieren. Eine Schwachstelle stellt die beschränkte Vergrößerung dar. Mit der in aktuellen Fahrzeugen vorhandenen zweiten Generation der Head-up-Displays erreicht Continental Bildwinkel von etwa vier mal zehn Grad. Wenn die Anzeige wie üblich gut zwei Meter vor dem Fahrer schwebt, kann sie maximal 25 Zentimeter breit und zehn Zentimeter hoch sein. Die dritte Generation, die Continental auf der IAA zeigte, verdoppelt diese Werte. Lässt man die Anzeige dann 7,5 statt gut zwei Meter vor dem Fahrer schweben, beträgt die nutzbare Fläche schon etwa 170 mal 70 Zentimeter. In solch einer deutlich vergrößerten Bildfläche „können wir den Navigationspfeil realistisch auf die Fahrbahn legen und in jene Straße abknicken lassen, in die der Fahrer einbiegen soll“, so Eelco Spoelder, Leiter des Continental-Geschäftsbereichs Instrumentation & Driver HMI.
Wenn die Zeiger nur noch Illusion sind
Möglich wird die für den erweiterten Bildwinkel nötige stärkere optische Vergrößerung durch einen Technologiewechsel: Die TFT-Displays werden durch das Digital-Mirror-Device-Verfahren (DMD) ersetzt, mit dem Beamer sehr hohe Brillanz und Farbsättigung erreichen. Anspruchsvolle Überlagerungen von Realität und virtuellen Bildern erfordern allerdings noch weitere Fortschritte, die Continental in der vierten Generation von Head-up-Displays realisieren will. Soll etwa ein vorausfahrendes Fahrzeug, ein Fußgänger oder ein Radfahrer mit einer virtuellen Warnung gekennzeichnet werden, muss die Umwelt deutlich präziser erfasst werden als bislang. Kameras und Radarsensoren müssen etwa zehnmal genauer ausgewertet werden als heute, erläutert Thorsten A. Kern, Produktmanager für Headup-Displays bei Continental. Ein optisches Problem ist aber trotz Hightech nicht billig lösbar: Damit der Fahrer scharfe Bilder sieht, sind spezielle Frontscheiben erforderlich. Um das zu umgehen und eine in vielen Modellen verwendbare Standardeinheit einsetzen zu können, wird es nach Ansicht von Eelco Spoelder auch in Zukunft noch Head-up-Displays geben, die ihre Anzeigen in eine separate Scheibe auf dem Armaturenbrett projizieren.