München. Die Zahl der Pleiten bei Handel und Werkstätten ging im vergangenen Jahr um rund fünf Prozent auf etwa 800 zurück, wie eine Hochrechnung der Wirtschaftsauskunftei Creditreform auf Anfrage der Automobilwoche ergab. Es war bereits der vierte Rückgang in Folge. Im Vergleich zum Jahr 2009 mit 1266 Insolvenzen verschwanden 2013 gut ein Drittel weniger Autohäuser und Werkstätten vom Markt. Im vergangenen Jahr haben sich Handel und Service unterschiedlich entwickelt: Während bei den Handelsbetrieben ein leichter Zuwachs der Pleiten von 365 auf 385 zu bemerken war, verbesserte sich bei den Werkstätten die Lage. Hier waren es nur noch 285 statt 330 Pleiten. Mit den 130 Pleiten im Teilehandel und dem Motorradbereich ergeben sich 800 Insolvenzen.
Trotz des leichten Anstiegs der Handelsinsolvenzen im vergangenen Jahr hält Willi Diez vom Institut für Automobilwirtschaft den Handel grundsätzlich für stabiler als noch vor einigen Jahren. Dafür führt er mehrere Gründe an: Zum einen habe es in den vergangenen Jahren bereits eine Bereinigung des Markts gegeben, bei der schwache Unternehmen verschwunden seien. Diejenigen Betriebe, die dies überstanden haben, seien in ihrer Grundstruktur gesünder und entsprechend widerstandsfähiger. Zum anderen komme es nicht nur auf die Zulassungszahlen und Rabatte an, sondern in hohem Maße darauf, wie die Hersteller mit ihren Händlern umgehen. Wenn die Hersteller mit Gewalt Neufahrzeuge in den Markt drücken, sodass Rabatte und Bestände der Händler wachsen, werde das zum Problem. Wenn die Hersteller ihre Händler hingegen mit Prämien unterstützen, könne der Händler trotz hoher Rabatte überleben.