München. Um etwa eine grundlegend neue Fahrzeuggeneration zu entwickeln, „benötigt man ein neues Team mit einem neuen Gedankengut“, sagt Stemmler. Gefragt seien auch Manager, die in stagnierenden Märkten wie Europa mit neuen Dienstleistungen oder Geschäftsmodellen Wachstum schaffen können. Der neue Manager- Typus sollte Flexibilität und Agilität mitbringen – Eigenschaften, die laut Stemmler in der Automobilindustrie bisher weniger gefordert waren. Der Personalexperte sieht Erfahrungen in der digitalen Ökonomie als wichtige Zusatzkompetenz für das Management der Automobilbranche.
Vorbild Opel und Tina Müller
Auch Quereinsteiger könnten die Autoindustrie voranbringen. Die Berufung der Henkel-Managerin Tina Müller zur Marketing- Chefin von Opel sieht Stemmler als Beispiel für eine erfolgreiche Bereicherung. Manager aus anderen Kulturen könnten für die Branche ebenfalls wertvoll sein. Neue Managertypen erwartet Stemmler zwar noch nicht auf dem Chefsessel, aber durchaus im Vorstand und den Ebenen darunter. Der Wandel werde auch durch neue Positionen verdeutlicht, etwa Chief Innovation oder Chief Digitalization Officer. Tina Müller bei Opel sieht Stemmler als Beleg dafür, dass Druck Veränderung forciert. Bei erfolgreicheren Herstellern erkennt er zwar eine Diskussion über die Anreicherung der Führung durch neue Kompetenzen. Aber die „Umsetzungsgeschwindigkeit ist dort nicht so hoch, wie sie unter dem Eindruck einer Krise sein könnte.“