Wien. Auf dem Wiener Motoren-Symposium wird Audi diese Woche den intern als EA888 bezeichneten Zweiliter-TFSI mit einem neuen Brennverfahren vorstellen. Der Vierzylinder-Turbobenziner soll damit beim CO2-Ausstoß einen Klassenbestwert erreichen. Audi spricht von „deutlich unter 120 g/km“. Der Wert bezieht sich auf den NEFZ-Verbrauch im neuen Audi A4 (Generation B9). Das Modell feiert im September auf der IAA sein Debüt und geht und Ende des Jahres in den Handel. Der derzeit im A4 (B8) eingesetzte 1.8 TFSI leistet 170 PS, verbraucht nach Norm 5,5 l/100 km und stößt 128 g/km CO2 aus. Zum Vergleich: Der BMW 320i in der EfficientDynamics Edition (170 PS) kommt auf 124 g/km. Bei Mercedes wäre der C 200 mit 184 PS heranzuziehen. Hier beträgt der CO2-Ausstoß 123 g/km.
Der EA888, im Volkswagenkonzern auch „Triple Eight“ genannt, stammt im Ursprung von 2007 (1. Generation) und ist eine komplette Audi-Entwicklung. Es gibt ihn mit 1,8 und 2,0 Liter Hubraum. 2008 (2. Generation) stattete man den Motor mit dem Ventilhubsystem „Audi Valvelift System“ (AVS) aus. Seit 2011 (3. Generation) besitzt das TFSI-Aggregat einen Zylinderkopf mit integrierter Abgaskühlung und verfügt über ein duales Einspritzsystem (Saugrohr und Direkteinspritzung).
Während Hersteller wie BMW und Mercedes aus Kostengründen Motoren mit unterschiedlicher Zylinderzahl seit einigen Jahren nach dem modularen Prinzip konzipieren (hoher Gleichteilanteil, selbe Fertigungslinie), hat Audi aufgrund der hohen Stückzahl beim EA888 von über zwei Millionen Stück pro Jahr deutlich mehr Freiheitsgrade. 2020 sollen es dann sogar drei Millionen sein. „Der EA888 ist eine Baureihe für sich – und ein Weltmotor“, sagt Stefan Knirsch, Leiter Motoren. So breit und so global wie der Triple Eight wird kein anderes Aggregat im VW-Konzern eingesetzt. Täglich laufen fast 10.000 Motoren von den Bändern in Mexiko, China (drei Werke) und Ungarn. In den Auslandsstandorten werden dabei laut Audi bis zu 90 Prozent local content erreicht. Der EA 888 kann längs und quer verwendet werden, er ist ausgelegt für weltweit alle klimatischen Bedingungen, für sämtliche Abgasgesetze und alternative Kraftstoffe. Und er ist systemkompatibel für elektrifizierte Antriebsstränge. Derzeit reicht seine Leistungsbandbreite von 125 bis 228 kW. In der Studie TT quattro sport concept erreicht das Aggregat sogar 309 kW. Audi selbst setzt den EA888 vom A1 (A0-Segment) bis zum A8/Q7 (D-Segment) ein. Konzernweit sitzt der Motor bei Porsche im Macan, bei Skoda im Leon, Altea und Alhambra, bei Skoda im Rapid, Octavia und Superb, bei VW im Polo, Golf, Scirocco, Touran, Tiguan und Passat, bei VW Nutzfahrzeuge im Transporter und Amarok. Hinzu kommen noch die amerikanischen und chinesischen Ableger von Jetta und Passat. In China läuft der EA888 allerdings nicht als Vollaluminium-Aggregat vom Band. Das Kurbelgehäuse besteht derzeit noch aus Grauguss.