Reutlingen. Nach dem Zukauf von vier VW-Standorten in Ostfriesland trennt sich die Wellergruppe nun von einem Autohaus in Süddeutschland. Der Reutlinger Betrieb der Marke Max Moritz, in der die Wellergruppe ihre Häuser der VW-Konzernmarken bündelt, wird zum 1. Juli 2011 an die BHG Autohandelsgesellschaft mit Sitz in Horb am Neckar verkauft, wie die Wellergruppe mitteilte. Die BHG gehört zur BayWa und ist eine Tochter der AHG Autohandelsgesellschaft, in der der Münchner MDAX-Konzern sein Autogeschäft bündelt. Die BayWa hatte dem Autohandel vor knapp zwei Jahren zwar offiziell den Rücken gekehrt, hält aber direkt und indirekt über die deutsche Raiffeisen-Warenzentrale (DRWZ) noch immer 98 Prozent an Autohäusern der Marken BMW/Mini, Land Rover, Peugeot, Audi, Volkswagen, Fiat und macht Service für Soda und Alfa Romeo.
Mit 5950 verkauften Neuwagen war die AHG im vergangenen Jahr auf Platz 29 der größten deutschen Handelsgruppen, der Umsatz erreichte 304 Millionen Euro. Angesiedelt sind die Betriebe in Bayern und Baden-Württemberg. Und die BayWa-Häuser sollen weiter zulegen: „Wir würden gerne mit den Marken Audi/VW und Skoda innerhalb unserer Region noch wachsen. Mit der Übernahme des Max-Moritz-Betriebs ist uns hier sicher ein erster entscheidender Schritt gelungen“, sagte AHG-Geschäftsführer Rolf Heinzelmann der Automobilwoche. Für die Wellergruppe war es ein Schritt heraus aus einer Region, in der Max Moritz mit nur einem Betrieb vertreten war.
„Wie in den letzten Wochen mit der Übernahme der vier Standorte in Ostfriesland gezeigt, wird sich die Wellergruppe mit der Brand Max Moritz und den Marken des Volkswagen- Konzerns in der Nordhälfte Deutschlands ausbreiten“, sagte Burkhard Weller. Die 99 Mitarbeiter in Reutlingen sollen mit ihren bestehenden Verträgen weiter beschäftigt werden. Weller: „Die Entscheidung folgt der Vernunft, der Bauch hätte gesagt: ,behalten‘“. Er bezeichnete den Verkauf als Zeichen für die Branche. „Wenn sich Handel und Hersteller einig sind, kann der Intrabrand-Wettbewerb eingedämmt werden.“