Garching. Die BMW M GmbH will die Wassereinspritzung aus dem M4 Safety Car in weniger als zwei Jahren in Serie bringen. Das hat Frank van Meel, Chef der sportlichen BMW-Tochter, der Automobilwoche bestätigt.
Das Verfahren zur Leistungssteigerung vor allem von Turbomotoren durch eine Kühlung der Ladeluft hätten die Ingenieure bereits im Griff. Schließlich sei es schon vor mehr als einem halben Jahrhundert entwickelt und später sogar in der Formel 1 eingesetzt worden, bevor es irgendwann in Vergessenheit geraten ist, so van Meel.
Was dem M-Chef noch Sorgen bereitet, sind deshalb eher die Fragen nach dem passenden Fahrzeug für den Serieneinsatz und nach der Industrialisierung. Während BMW die erste Hürde mit einer Kleinserie von M3 und M4 selbst nehmen kann, ist man bei der zweiten auf die Zulieferer angewiesen.
Denn für den rund einen Liter Wasser pro Tankfüllung Benzin sind Einspritzventile, ein Behälter und Pumpen nötig, die es im Portfolio bislang so nicht gibt. „Und wir können die ja schlecht aus dem Baumarkt holen“, scherzt van Meel.
Er kalkuliert mit einem ähnlichen Betrag wie bei den AdBlue-Systemen für den SCR-Katalysator und rechnet im Einkauf mit einer mittleren dreistelligen Summe. Die Industrialisierung muss van Meel aber nicht allein stemmen: Weil man die Wassereinspritzung auch zur Effizienzsteigerung nutzen und mit ihr den Verbrauch um etwa acht Prozent drücken kann, haben die Kollegen aus der Großserie bereits Interesse gezeigt.