Das nennt man gemeinhin einen Lauf. Zu Beginn des Jahres überraschte Daimler mit dem Forschungsfahrzeug F 015 auf der CES die Branche. Jetzt vermeldete Mercedes-Vertriebschef Ola Källenius mit fast 162.000 verkauften Fahrzeugen einen neuen November-Rekord. Die Treiber des Wachstums sind die großen SUVs und die kleinen Kompakten. Können die Stuttgarter im Augenblick eigentlich etwas falsch machen? Denn in den meisten Märkten geben Mercedes- Benz und Smart beim Wachstum gerade Vollgas. Selbst im schwächelnden chinesischen Markt legt Mercedes in diesem Jahr rund 30 Prozent zu. In der Formel 1 dominiert man die Konkurrenz derart, dass Bernie Ecclestone schon grübelt, wie er die Vormachtstellung der Silberpfeile Kraft Reglement 2016 brechen könnte. Und auch beim DTM-Sieg im Finale am Hockenheimring im Oktober blickte man nur in lachende Gesichter von Daimler-Vorständen.
Wenn's läuft, dann läuft's. Hinter all diesen Erfolgen steckt wohl die harte Arbeit der vergangenen Jahre. Die mutige Entscheidung, eine Riege jüngerer Manager in verantwortliche Positionen zu bringen. Kein Wunder, dass Daimler-Chef Dieter Zetsche als Ingenieur dieser Erfolge darüber nachdenkt, seinen Vertrag noch mal zu verlängern. Warum gehen, wenn die Dynamik stimmt? Zudem es ja noch dieses große Potenzial an weiblichen Autofahrern gibt, die er jüngst mit einer Charmeoffensive wirklich smart bezirzte. Doch Erfolge verleiten manchmal auch zu Fehlern. Etwa wenn man – weniger smart – Illusionen zerstört. Es gäbe keinen Weihnachtsmann, meinte Mama zu Papa in einem Radio- Spot für den Smart Forfour, weil sie nicht daran dachte, dass ja hinten die Kinder sitzen. Prompt folgte ein Sturm der Entrüstung. Zu schade, dass die neue E-Klasse erst Anfang Januar in Detroit Premiere feiert. Denn nur jetzt könnte ein einfühlsamer Werbespot mit dem Christkind, autonom kutschiert im Fond des neuen Oberklasse- Flaggschiffs, den Fehltritt wieder gutmachen. Zumindest bei einem Teil der desillusionierten Kleinen und ihren erzürnten Eltern. In diesem Sinne – frohe und gesegnete Weihnachten.