München. Selbst kleine Ausfälle in der Lieferkette können die Bänder der Autohersteller stoppen. Dennoch fehlt bislang ein Frühwarnsystem für solche Probleme. Continental und andere Zulieferer führen nun mit dem „Supply Chain Monitor“ eine automatisierte Kommunikation ein, die drohende Lieferprobleme frühzeitig meldet. Bislang durchlaufen Informationen in der Lieferkette eine Einbahnstraße: Der Lieferabruf des Kunden ist verbindlich – eine Rückmeldung des Lieferanten nicht vorgesehen. Mit dem Supply Chain Monitor wird nun ein Rückkanal für Informationen eingeführt, erläutert Karlheinz Dietz, der im Supply Chain Management von Continental Automotive für harmonische Abläufe zwischen Kunden und Zulieferern verantwortlich ist.
Dabei handelt es sich um eine Entwicklung des Gemeinschaftsunternehmens SupplyOn, zu dem neben Conti auch Bosch, Schaeffler und ZF gehören. In den Supply Chain Monitor speist Continental den Bedarf ein, heruntergebrochen auf Bauteile und Werke, sowie die Bestände. Die Lieferanten stellen ihre geplanten Lieferungen sowie jene Teile ein, die schon zu Continental unterwegs sind. Daraus errechnet der Monitor, ob sich eine Versorgungslücke abzeichnet. Wird ein Problem erkannt, erhalten Continental und der Lieferant automatisch eine Alarm-E-Mail – und beide Seiten können rechtzeitig gegensteuern. Das alles, so betont Dietz, setze aber nicht die bewährte Gesetzmäßigkeit außer Kraft, nach der ein Lieferabruf für den Lieferanten uneingeschränkt verbindlich ist. Continental nutzt den Monitor seit etwa einem Jahr und konnte bislang rund 20 Lieferanten dazu bewegen, sich anzuschließen.Die meisten liefern ihre Daten per elektronischem Datenaustausch (EDI), einige auch per automatisiertem Excel-Upload. Dafür müssen in keinem Fall zusätzliche Daten generiert werden – nur bereits elektronisch vorhandene Planungsdaten werden im Supply Chain Monitor gegenübergestellt, um die Transparenz zu erhöhen. Continental hat bislang etwa 15 seiner Werke an das System angeschlossen. Hier wie auf Zulieferer- Seite befinde man sich noch im Rollout, betont Dietz. Aber „zumindest in der europäischen Automobilindustrie sind wir damit führend beim automatisierten Austausch von Planungsinformationen für die Lieferungen.“ Bislang sorgt der Supply Chain Monitor also nur für mehr Transparenz zwischen einigen Lieferanten erster und zweiter Ordnung. Eine Ausdehnung auf weitere Stufen der Lieferkette betrachtet Dietz als „überlegenswert“, hält es aber für verfrüht, sich damit intensiv zu befassen, solange das System zwischen Lieferanten erster und zweiter Ordnung noch nicht weiter verbreitet ist.Warner vor dem Engpass
Selbst kleine Ausfälle in der Lieferkette können die Bänder der Autohersteller stoppen. Dennoch fehlt bislang ein Frühwarnsystem für solche Probleme. Continental und andere Zulieferer führen nun mit dem „Supply Chain Monitor“ eine automatisierte Kommunikation ein, die drohende Lieferprobleme frühzeitig meldet.