Wolfsburg. Vorstand und Aufsichtsrat des VW-Konzerns stehen kurz vor der Festlegung des Standorts für die geplante Autofabrik im Dollar-Raum. "Inzwischen sind nur noch wenige Optionen im Spiel", so ein VW-Topmanager gegenüber Automobilwoche, "und es ist absehbar, dass die Wahl auf die Vereinigten Staaten fallen wird." VW-Konzernchef Martin Winterkorn hatte neben den USA bisher auch Mexiko und Kanada als mögliche Standorte genannt.
Um den Entscheidungsprozess zu beschleunigen, soll sich der VW-Aufsichtsrat schon bei seiner Sitzung im Vorfeld der Hauptversammlung des Unternehmens am 24. April in Hamburg mit der US-Materie beschäftigen. "Die Idee ist, schon jetzt ein Paket weitgehend beschlussfähig zu machen, das nach letzten Prüfungen dann im Rahmen der nächsten Ratssitzung vor der Sommerpause endgültig verabschiedet werden kann", sagt ein VW-Insider. Beste Chancen für den Zuschlag haben demnach Bundesstaaten im Südosten der USA wie Georgia und South Carolina. Jedoch befänden sich "wichtige Details des Business Case VW-intern noch in der Diskussion".
Mit der US-Produktion, die spätestens 2011 anlaufen soll, verbinden der VW-Aufsichtsratsvorsitzende Ferdinand Piëch und Wendelin Wiedeking, Chef des VW-Hauptaktionärs Porsche, große Hoffnungen auf einen nachhaltigen Turnaround im Amerika-Geschäft von VW. Die Schwäche des Dollars gegenüber dem Euro sollen zunächst die Marken Volkswagen und Audi nutzen, um mit Fahrzeugen aus US-Produktion auf dem wichtigen Absatzmarkt Nordamerika zu reüssieren. Später könnten in der Fabrik auch Modelle weiterer VW-Marken entstehen (Automobilwoche 3/2008).
Für die Betriebsversammlung im VW-Stammwerk Wolfsburg, bei der die Mitarbeiter im September auch über die US-Strategie informiert werden sollen, hat sich sogar Bundeskanzlerin Angela Merkel angekündigt. "Und die Regierungschefin kommt sicher nicht ohne einen Einigungsvorschlag in Sachen VW-Gesetz unter dem Arm", sagt ein VW-Manager.