Wolfsburg. VW sorgt in der Media-Szene für eine Sensation. Ein Teil des Media-Budgets der Wolfsburger geht überraschend an den jungen Anbieter Blackwood Seven aus Dänemark, der für die Online-Werbung zuständig sein wird. Der Wechsel wird als Schlag ins Gesicht der etablierten Mediahäuser in Deutschland gewertet.
VW versucht es mit einem Newcomer
"Wir möchten in Bezug auf die von uns eingesetzten Mittel die Effizienz verbessern, deutlich verkaufsunterstützender operieren und gleichzeitig die Transparenz erhöhen", erläutert ein VW-Sprecher. Genau das ist es, was Blackwood Seven seinen Kunden verspricht.
Das Unternehmen versteht sich als Mediaplattform der besonderen Art. Mit einer neuen Herangehensweise wollen die Dänen die Agenturlandschaft aufmischen. Denn Blackwood Seven hat einen Algorithmus entwickelt, der es nach eigenen Angaben erlaubt, die Budgets um 30 Prozent effizienter einzusetzen. "Wir haben eine Plattform entwickelt, mit der wir die Wirkung von Media – alle Kanäle wie TV, Print, Plakat sowie Online – exakt prognostizieren können. In Echtzeit", sagt Andreas Schwabe, Deutschland-Chef von Blackwood Seven. Für Kunden wird auf dieser Basis das passende Werbemodell entwickelt. Daher arbeiten bei dem Unternehmen vornehmlich Mathematiker. "Wir verbessern die Mediapläne nachweislich mit künstlicher Intelligenz. Das wird sich mittelfristig durchsetzen", gibt sich Schwabe selbstbewusst. Man befinde sich derzeit mit vielen Unternehmen in Gesprächen. "Das Interesse in der Autobranche ist enorm", sagt der Deutschland-Statthalter.
Zurückhaltender gibt sich VW: Man verstehe die Zusammenarbeit mit Blackwood Seven als Pilotprojekt, nicht als Agenturwechsel. Seit dem Jahr 1999 hatte der Agenturgigant Mediacom das gesamte Budget von VW betreut. Ein zweistelliger Millionenbetrag geht laut Medienberichten nun an die Newcomer von Blackwood Seven.