Wolfsburg. Angesichts des Preisverfalls im Gebrauchtwagengeschäft rät VW seinen Händlern beim Abschluss neuer Leasingverträge zu einer Reduzierung der Restwerte. Interessenten für eine Fahrzeugfinanzierung müssen sich nun auf höhere Monatsraten einstellen. Ausweislich eines internen Schreibens, das Automobilwoche vorliegt, haben sich Vertreter der Marke Volkswagen Pkw sowie der VW-Handelsorganisation bei einer Sitzung der Restwertkommission am 20. Dezember 2005 auf eine "Justierung" der Orientierungswerte verständigt.
VW senkt die Restwerte
Da viele VW-Händler ihre Leasing-Rückläufer in jüngster Zeit aufgrund des steigenden Preisdrucks nicht zu den erhofften Restwerten vermarkten konnten, gilt ab sofort eine "Abschlagstaffel für werksseitige Mehrausstattungen". Diese sieht vor, dass bei wichtigen Modellen fortan eine prozentuale Minderung der Restwerte festgeschrieben wird, sofern die Kosten für alle Extras des Fahrzeugs eine bestimmte Summe übersteigen. So empfiehlt VW für Golf, Jetta und Touran (Benziner) einen zweiprozentigen Restwertabschlag, wenn der Leasingnehmer Sonderausstattungen für 2.500 Euro oder mehr bestellt. Beim Klappdach-Cabrio Eos, das erst im Juli auf den Markt kommt, soll diese Regelung ab 3.000 Euro greifen. Die gleiche Summe gilt für die Baureihe Passat, bei der VW gar zu einem Abschlag von 3,5 Prozent rät.
"Unser gemeinsames Ziel ist es, ein für alle Beteiligten kalkulierbares Gebrauchtwagengeschäft sicherzustellen", so Peter Maiwald, Deutschland-Chef des VW-Vertriebs. Bei der Rechtfertigung von Premiumpreisen ist VW auch auf stabile Restwerte angewiesen. "In einem zweiten Schritt Mitte des Jahres" soll das System "weiter verfeinert" werden.