Schanghai. Ulrich Hackenberg ist ein traditionsbewusster Manager: „Wenn man wie wir morgen wachsen will, muss man dabei auch auf seine Wurzeln sehen“, sagte der VW-Entwicklungschef bei der Präsentation des Beetle in Schanghai. Daher soll auch die zweite Generation des Käfer-Nachfolgers stilistisch an die rundliche VW-Ikone der Nachkriegszeit anknüpfen. Doch zugleich legte Hackenbergs Team den neuen Beetle „frecher, dynamischer, maskuliner“ aus als die erste Auflage von 1998. So ist das Kuppeldach des Vorgängers passé.
„Der New Beetle war innen eine Kathedrale“, räumt der Hersteller selbstkritisch ein. Das neue Auto hingegen, schlicht Beetle genannt, ist nicht nur flacher und breiter geraten. Mit seiner weiter zurückgesetzten Frontscheibe, die zudem steiler im Fahrtwind steht, konnte VW auch endlich Abschied nehmen von der viel zu tiefen Instrumententafel des New Beetle. Die hatten nicht nur Käfer-Fans in Produktkliniken als optische Zumutung moniert. Mit den drei Ausstattungslinien „Beetle“, „Design“ und „Sport“ folgt der Zweitürer dem Trend zur Individualisierung auch in der Kompaktklasse.
Ein Highlight des Cockpit-Designs ist das ausstattungsabhängig verfügbare zweite Handschuhfach des Beetle: Wie beim Ur-Käfer klappt dessen Deckel nach oben auf. Das optionale Panoramadach des Beetle bietet eine im Vergleich zum Vorgänger um 80 Prozent größere Glasfläche. Ein Cabriolet ist in Vorbereitung. Zu den Wettbewerbern des neuen VW werden auch Retro-Autos wie der Mini und der Fiat 500 zählen. Die Markteinführung des Beetle in Deutschland plant VW für Oktober. Bei den Benzinern werden drei Vierzylinder mit 105, 160 und 200 PS zur Auswahl stehen. Für Diesel-Fans gibt es TDIMotoren mit 105 und 140 PS. Die genauen Preise stehen noch nicht fest. Beim Basismodell rechnen VW-Insider mit rund 17.000 Euro.