München. Nach wie vor hüllen sich nach dem Diesel-Desaster viele VW-Händler in Schweigen – doch nicht alle. Franz Xaver Hirtreiter, Chef der AVP-Gruppe in Deggendorf, hält den Ende Oktober verhängten Verkaufsstopp für Bestandsfahrzeuge im Handel, die von den Manipulationen betroffen sind, für "eine gute Maßnahme". Auch Burkhard Weller von der Wellergruppe findet es "konsequent und gut, kein neues Auto mit den manipulierten Abgaswerten zu verkaufen". Rund 100 neue Diesel bleiben in der Wellergruppe deshalb jetzt auf dem Hof.
Hauptproblem seien aber nicht nur die Neuwagen im Bestand, "sondern auch die Vorführwagen, die aktuellen Gebrauchtwagenbestände und die zukünftigen Leasingrückläufer", sagt VW-Händler Peter Schleifer aus Günzburg. "VW Leasing hat nach unbestätigten Meldungen etwa eine Million Fahrzeuge im Bestandseigentum, die betroffen sind. Diese Fahrzeuge sind oft die zukünftigen Gebrauchtwagen der Händler. Durch nicht kalkulierbare Standzeiten könnte ein wichtiger Umsatzzweig wegbrechen", befürchtet Schleifer. Und bis dato gebe es "keine klare Aussage von VW, wie mit Drohverlusten des Handels umgegangen wird".
Im großen Volumen des Rückrufs sieht Weller kein Problem: "Es sind pro Tag fünf Autos, von denen voraussichtlich an vier Fahrzeugen die Software ein Upgrade bekommt, ein Fahrzeug vielleicht mit mehr Aufwand." Auch der Branchenverband ZDK ist zuversichtlich, denn der Rückruf werde sich "über ein ganzes Jahr erstrecken". Außerdem solle laut VW-Vorstandschef Matthias Müller für die meisten der betroffenen Fahrzeuge ein Software-Update ausreichen. "Sobald die Umfänge der Aktion pro Fahrzeug feststehen, lassen sich die Arbeiten für die Betriebe einplanen."