Wolfsburg. Volkswagen konzipiert den Nachfolger für das Luxusmodell Phaeton (Werkscode D1) erneut in der klassischen Limousinenform. Die zweite Generation (D2) soll jedoch kleiner werden. Wie VW-Insider der Automobilwoche bestätigten, wird der Ende 2010 anlaufende Phaeton II "an Front und Heck kürzere Überhänge als bisher" aufweisen, um auch optisch einen "Respektabstand" zum nächsten Audi A8 (D4) zu halten. Die Endmontage des Phaeton erfolgt wieder in der Gläsernen Manufaktur von VW in Dresden.
Phaeton II und der neue A8 werden auf dem modularen Längsbaukasten (MLB) basieren, den Audi entwickelt hat. Die nächste Generation ihres Topmodells aber bringt die Ingolstädter Premiummarke deutlich vor dem neuen Phaeton auf den Markt - als Produktionsstart für den D4 wurde der August 2009 vereinbart. Nach der Einführung des ersten Phaeton im Mai 2002 hatte Audi den längst fertiggestellten A8 noch mehrere Monate zurückhalten müssen, um dem großen Volkswagen nicht die Schau zu stehlen.
Unter dem Entwicklungskürzel BY 62 werden auch die Nachfolger der Baureihe Continental der britischen VW-Nobelmarke Bentley auf MLB-Technik ausgelegt. Deren Marktstart ist ab 2011 vorgesehen. Im selben Jahr geht der Nachfolger des Audi A6 auf MLB-Basis an den Start (C7). Selbst für den nächsten Bentley Arnage (2012) wird der Einsatz von MLB-Komponenten geprüft. 2010 erhält das aktuelle Topmodell aber zunächst noch eine "Hinterachspflege" für mehr Komfort und Fahrdynamik des Dreitonners.
Aufmerksam verfolgt VW-Chef Martin Winterkorn die Pläne des Wettbewerbers BMW. Dort wird der neue "kleine" Rolls-Royce auf der L6 genannten Plattform des nächsten BMW Siebener stehen, der 2008 anläuft. Im nächsten Jahr bringt Rolls-Royce auf Basis des großen Phantom zudem ein Coupé.