Wolfsburg. Drei Monate bevor der Passat CC am 6. Juni auf dem deutschen Markt eingeführt wird, unterstützt VW den Vorverkauf bereits mit einer Eroberungsprämie in Höhe von 850 Euro. Laut interner Papiere, die Automobilwoche vorliegen, soll die Incentive-Aktion dem VW-Handel den Ankauf von Gebrauchtwagen erleichtern. Sie gilt für "alle Fremdmarken" außer Audi, Skoda und Seat.
Als Hintergrund der kostspieligen Förderung nennt ein VW-Insider "die Hoffnung des Managements, in der für uns völlig neuen Nische schnell auf vorzeigbare Stückzahlen zu kommen". Da das viertürige Passat-Coupé keinen direkten Vorgänger hat, könnten Verkäufer "bei der Akquisition leider nicht auf Stammkunden zurückgreifen".
Überdies sei die CC-Eroberungsprämie als "Lehre aus der Einführung des Phaeton" im Jahr 2002 zu verstehen. Auch mit der Luxuslimousine hatte sich VW auf Neuland gewagt, Absatzförderung zunächst aber kaum betrieben. Inzwischen muss VW den schleppenden Phaeton-Verkauf mit bis zu 6000 Euro pro Fahrzeug stützen. Als Argumentationshilfe für die CC-Vertriebspartner hat das VW-Ressort Handelsmarketing jüngst eine 40-seitige Verkäufer-Broschüre aufgelegt. "Bei Neukunden-Akquisemaßnahmen bietet es sich an, besonders die Interessenten der Wettbewerbsmodelle zu berücksichtigen", heißt es in der "nur für den internen Gebrauch" bestimmten Übersicht. Als Rivalen des CC gelten demnach neben Modellen externer Konkurrenten wie BMW und Mercedes auch Autos der VW-Premiummarke Audi (siehe Ausriss). "In Ingolstadt", so ein VW-Mann, "wird unser CC gespannt verfolgt."