Peking. Der VW Santana ist in China ein Dauerbrenner. In der vergangenen Woche brachte Volkswagen gar eine Schrägheck-Version auf den Markt. Mit dem Gran Santana getauften Auto sollen laut VW vor allem jüngere Käufer erreicht werden. Der in Deutschland wenig erfolgreiche Santana war 1984 das erste lokal produzierte Auto, das VW auf den chinesischen Markt anbot. Seither wurden mehr als 4,65 Millionen Einheiten in immer neuen Varianten verkauft: Als Santana 2000, Santana 3000, Santana Vista – jedes Modell etwas moderner als der Vorgänger. Der Santana habe „durch Verlässlichkeit und den Ruf guter Qualität“ die Herzen der Kunden erobert, so VW.
Der Gran Santana solle der Marke „Jugendlichkeit und Vitalität“ verleihen. Das Auto habe mit dem ursprünglichen Santana letztlich nur noch den Markennamen gemeinsam, sagt Yale Zhang von Automotive Foresight in Schanghai. „Der Name ist ein Wert an sich, jeder kennt ihn.“ Das Auto läuft auf der Plattform des Polo vom Band und werde zwischen Polo und Golf positioniert, so Zhang. Der Gran Santana ist mit 1,6-Liter- und 1,4-Liter-Turbomotor sowie in fünf Farben zu haben, darunter modischen Tönen wie Orange und Schokoladenbraun. Teurere Modelle besitzen ein Cruise-Control-System. Die Marke VW musste in den ersten fünf Monaten in China einen Verkaufsrückgang um 3,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr auf 1,16 Millionen Autos hinnehmen. VW-Vorstandschef Martin Winterkorn kündigte daher in einem Interview an, im Reich der Mitte ab 2018 eine Familie günstiger Autos auf den Markt zu bringen, die zwischen 8000 und 11000 Euro kosten werden.