Wolfsburg. Dem von VW geplanten Ausbau der auf ältere Fahrzeuge spezialisierten Werkstattkette Stop + Go sehen viele Volkswagen-Partner gelassen entgegen. Dies ergab eine Umfrage von Automobilwoche unter mehreren VW-Partnerbetrieben in Deutschland. VW hatte Anfang Mai angekündigt, nach Abschluss einer Pilotphase mit sechs Stop+Go-Betrieben in Berlin mittelfristig rund 20 weitere Filialen pro Jahr in Ballungßentren des Bundesgebiets einzurichten.
"In der betrieblichen Praxis ist es wirklich schwierig, Autos aus stark unterschiedlichen Alterssegmenten angemessen in einem Betrieb zu betreuen", sagt Martin Petras, Kundendienstleiter des VW-Hauses Raffay an der Hamburger Röntgenstraße. Mit Stop+Go könne VW für besonders preisbewusste Kunden nun etwa spezielle Marketingaktionen auflegen. Zudem sei denkbar, bei Franchisenehmern zur Kostensenkung von allzu strengen Richtlinien zum Erscheinungsbild des Betriebs abzusehen. Raffay-Mann Petras: "Vor allem mit Blick auf immer preisaggressivere Wettbewerber ist die Stop+Go-Offensive unter dem Dach von VW sicherlich sinnvoll."
Diese Einschätzung teilt ein süddeutscher VW-Servicepartner, der aufgrund seiner "zunächst rundum ablehnenden Haltung gegenüber Stop+Go" nicht genannt werden möchte. "Nachdem ich mich ausgiebig mit dem Konzept beschäftigen konnte, sehe ich die Kette nicht mehr nur als potenzielle interne Konkurrenz und begrüße die VW-Strategie sogar."