Wolfsburg. VW-Konzernchef Martin Winterkorn lässt die für 2008 geplante nächste Generation des Golf noch einmal überarbeiten, womit sich die Markteinführung des Bestellers deutlich verschieben dürfte. Grund: Der neue VW-Chefdesigner Walter de'Silva soll das Design ändern.
Die vom scheidenden VW-Markenvorstand Wolfgang Bernhard initiierte Optik der sogenannten Großen Produktaufwertung (GPA) lehnt Winterkorn als "zu progressiv" ab. Insbesondere die Frontpartie mit betont großformatigen Lufteinlässen will der Ex-Audi-Chef "entschärfen" lassen, um konservative Stammkunden nicht zu verschrecken.
Ursprünglich war der Marktstart des modifizierten Bestsellers für das Ende des ersten Quartals 2008 vorgesehen. "Aufgrund der Revision", berichtet ein hochrangiger VW-Insider, "könnte sich der Anlauf aber um einige Wochen verzögern." Durch eine Verschiebung auf das zweite oder gar dritte Quartal dürfte VW 2008 ein Volumen von 90.000 Autos verlieren, schreibt Analyst Arndt Ellinghorst von Dresdner Kleinwort in einer Studie.
Die für Mitte Februar dieses Jahres geplante Vorstellung eines Prototyps des ebenfalls für 2008 vorgesehenen Coupés auf Passat-Basis hat VW kurzfristig abgesagt. Auch auf dem Genfer Salon Anfang März wird das intern als "CC" bezeichnete Konzept nun nicht zu sehen sein. Das CC-Design aus der Feder des von de'Silva abgelösten VW-Chefdesigners Murat Günak fiel bei Winterkorn ebenfalls durch.
Gleiches gilt für das Golf-Coupé Scirocco, ein Lieblingsprojekt von Bernhard und Günak. Auch hier soll de'Silva, den Winterkorn von Audi nach Wolfsburg mitgebracht hat, das Design noch einmal überarbeiten.