Herr Götz, ist die Wirtschaftskrise für den VVD noch ein Thema? Natürlich ist die Krise auch an uns nicht spurlos vorübergegangen. Über mangelndes Geschäft können wir aber nicht klagen.
Können Sie das näher erläutern? Zwar ist der Bestand bei den Kfz- Versicherungen in den ersten sechs Monaten dieses Jahres mit rund 989.000 Verträgen um etwa 5000 gegenüber dem ersten Halbjahr 2008 gesunken. Dafür haben wir sehr hohe Zuwächse bei der Anschlussgarantieversicherung. Diese greift nach Ablauf der gesetzlichen Zweijahresgarantie. Was heißt das konkret? Im Vergleich zum ersten Halbjahr 2008 ist der Vertragsbestand im Vergleichszeitraum 2010 um gut 63 Prozent auf mehr als 900.000 Policen gestiegen. Damit verfügen wir bei einer Durchschnittsprämie von 100 Euro jährlich je Versichertem über einen aktuellen Bestand von stattlichen 90 Millionen Euro. Etwa 42 Prozent der Autokäufer entscheiden sich heute bereits für dieses Angebot. Und dieser Erfolg weckt große Hoffnungen für die Zukunft? Ja, über unsere Rückversicherungstochter, die Volkswagen Reinsurance AG, werden wir ab Jahresbeginn 2011 das Garantieversicherungsgeschäft als Erstversicherer betreiben. Ist dieser Einstieg in das Erstversicherungsgeschäft nicht ein Schlag für Ihren langjährigen Partner Allianz? Ganz und gar nicht. Wir arbeiten mit der Allianz als Produktgeber seit 1948 sehr gut zusammen. Und wir wollen den Vertrag jetzt wiederum verlängern. Wer ist denn Benchmark für Sie? Die Allianz als Partner kann es ja nicht sein. Die HUK-Coburg – aber ausschließlich in Sachen Effizienz. Aber die HUK ist doch Ihr erklärter Feind bei der Schadensteuerung. Kosten spielen für uns eine große Rolle. Die HUK hat eine sehr schlanke Organisation und eine effiziente IT-Abwicklung. Die Form der Schadensteuerung der HUK wird allerdings auch künftig nicht zu unserer Strategie gehörenVVD-Chef Götz: "Sehr hohe Zuwächse"
Der VW Versicherungsdienst (VVD) tritt erstmalig als Erstversicherer auf. Über Erwartungen und Geschäftsentwicklung sprach Automobilwoche mit VVD-Geschäftsführer Andreas Götz. Die Krise ist demnach nicht spurlos am Versicherer vorbeigegangen, aber das Geschäft legt wieder zu.