München. Die Personalchefs haben die Wahl, wer ins Unternehmen kommt. Und dann gibt es jene, die es zu einem großen Hersteller geschafft haben – sich nach Jahren im Großkonzern aber mehr eigene Gestaltungsmöglichkeiten wünschen und ihrem Personalchef die Kündigung auf den Tisch legen. Wie Dieter Stoffels. Er hat nach 31 Jahren seine Anstellung bei Daimler aufgegeben, eine Viertelmillion Euro investiert und sich mit 49 Jahren selbstständig gemacht. Seit Ende August 2014 verkauft der Lean-Management-Spezialist im eigenen Geschäft in Mannheim mit vier fest angestellten Vollzeitmitarbeitern Küchen. „Sorgen habe ich mir dabei nie gemacht“, sagt er und fügt hinzu: „Ich wollte etwas Eigenes machen, ich möchte etwas verändern können.“ Der gelernte Karosseriebauer war nach verschiedenen Stationen zuletzt bei Daimler als Seminarleiter für Lean-Management- Führungskräfteschulungen tätig. „Ich kann mein langjähriges Hauptthema ‚Schlanke Prozesse‘ hier umsetzen, sodass das Geschäft vernünftig ins Laufen kommt. Ich denke, das ist ein großer Vorteil“, sagt Stoffels.
Unterstützung beim Start
Der Wunsch, etwas Eigenes auf die Beine zu stellen, trieb Stoffels schon länger um. Als 2013 mit einem Abfindungsprogramm Stellen abgebaut wurden, war klar: „Das ist der richtige Moment.“ Vor dem Ausscheiden war er drei Monate freigestellt und konnte die Unterstützung von Beratern bei der Neuorientierung nutzen. Auch Angelo Celentano, zuvor IT-Spezialist bei einem Automobilzulieferer, stieg aus der Autobranche aus und betreibt nun ebenfalls ein Küchenstudio. „Eine Küche zu planen, ist eine hohe Kunst. Sie verlangt einem einiges ab – wie bei einer großen Industrieanlage“, erklärt Celentano. Beim Schritt in die Selbstständigkeit wurde auch Celentano von seinem alten Arbeitgeber unterstützt. Er wurde für mehr als ein Jahr freigestellt, um sich neu zu orientieren und den Küchenstudio-Start vorzubereiten.