Zadar/Kroatien. „Auch Väter sind eben Männer“, scherzte Projektleiter Peter Krist im kroatischen Zadar bei der Vorstellung des Zweier Gran Tourer. Der ist mit 4,56 Metern 21 Zentimeter länger. Elf davon entfallen auf den Radstand, kommen also dem Sitzkomfort im Fond zugute. Um zehn Zentimeter streckte man das Heck. Auch in der Höhe (plus fünf Zentimeter) wuchs der Van. Das Plus an Raumgewinn geht allerdings einher mit dem Verlust an sportlichem Design. Der Zweier Gran Tourer hat nicht mehr die ausgewogenen Proportionen wie sein kürzerer Bruder Active Tourer. Dafür bietet der Gran Tourer die Möglichkeit einer dritten Sitzreihe (Aufpreis: 790 Euro). Sie ist bündig im Ladeboden versenkt und macht den Van nach dem Geländewagen X5 zum zweiten siebensitzigen Modell von BMW.
75 Prozent Eroberungsrate
„Kein anderer Premiumhersteller bietet das“, sagt Produktmanager Peter Henrich und spielt damit auf die Mercedes B-Klasse an. Ganz hinten können im Zweier Gran Tourer allerdings nur Kinder vernünftig sitzen. Serienmäßig an Bord ist die längs verschiebbare zweite Sitzreihe, die entweder mehr Beinfreiheit oder mehr Kofferraum (ab 645 Liter) ermöglicht. Die Lehnen im Verhältnis 40:20:40 lassen sich elektrisch vom Laderaum aus in die Waagerechte klappen. Das Volumen steigt auf 1905 Liter. Lange Gegenstände bis 2,60 Meter schluckt der Gran Tourer, wenn die Beifahrerlehne umlegbar ist (Aufpreis: 150 Euro). Und wer für weitere 750 Euro das sogenannte „Convenience Paket“ ordert, kann ganz bequem per Fußschwenk unter der Stoßstange die Heckklappe öffnen und schließen – und die Einkaufstüten im Arm behalten. Zur Markteinführung im Juni geht der Zweier Gran Tourer als Benziner in den Versionen 218i mit 136 PS und 220i mit 192 PS an den Start. Gut einen Monat später soll der 216i (ab 26.950 Euro) folgen, dessen Dreizylinder-Motor 102 PS leistet. Bei den Diesel-Aggregaten geht es zunächst mit dem 216d (Dreizylinder mit 116 PS) los. Die ebenfalls neuen Vierzylinder 218d und 220d leisten 150 und 190 PS. Letzteren gibt es auch mit Allradantrieb (xDrive), den Henrich als „weiteres Alleinstellungsmerkmal“ im Premiumsegment bezeichnet. Im Juli soll dann als neuer Einstiegsdiesel der 214d folgen. Dass, wie viele Kritiker behaupteten, ein Van nicht zum sportlichen Image von BMW passen würde, hat bereits der Active Tourer widerlegt. Über 33.000 Einheiten wurden verkauft. Das Modell übertreffe laut BMW die Erwartungen – und lockte viele neue Käufer zur Marke. „75 Prozent der Kunden haben zuvor keinen BMW gefahren“, sagt Henrich und prognostiziert diese Eroberungsrate auch für den familienfreundlicheren Gran Tourer – mindestens.