München. Nach dem Abschluss des USProjekts bereitet Tofas die Produktion von drei neuen Fiat-Pkw- Modellen mit einer Gesamtinvestition von rund einer Milliarde Dollar vor. Den Anfang macht ein Stufenheckmodell. In den Jahren 2015 bis 2023 soll das Auto, das den heutigen Fiat Linea ersetzt, rund 580.000-mal gebaut und ein Drittel davon exportiert werden. Etwas später werden neue Fließheckund Kombimodelle folgen, die laut inoffiziellen Informationen den Fiat Bravo ablösen. Von beiden Karosserievarianten sollen zwischen 2016 und 2023 rund 700.000 Einheiten entstehen, ein großer Teil davon für den Export. „Mit den drei neuen Modellen sowie unserem neuen Modell Doblň in der Pipeline werden die Investitionen von Tofas mittelfristig bis zu 1,4 Milliarden Dollar erreichen“, sagt Mustafa V. Koç, Chairman der Koç Holding. Während heute der Großteil der Produktion auf die Doblň-Varianten und das Minicargo-Trio der Marken Fiat, Citroën und Peugeot entfällt, werden Pkw künftig mehr Platz in der Produktion von Tofas einnehmen. Die installierte jährliche Kapazität beträgt rund 400.000 Autos. Das Werk hat im Jahr 2013 knapp 245.000 Fahrzeuge gebaut, in den ersten neun Monaten 2014 waren es rund 156.000. Auch Toyota wird ein neues Modell in der Türkei fertigen, das den Projektcode 560A trägt. Nach Informationen aus Zuliefererkreisen, über die auch die japanische Wirtschaftszeitung „Nikkei“ berichtete, handelt es sich um ein SUV, das auf der Studie C-HR basiert, die in Paris gezeigt wurde. Europa-Chef Didier Leroy hat eine Erhöhung der Produktionskapazität des Werks in Adapazari angekündigt, ohne Details zu nennen. Laut „Nikkei“ investiert Toyota rund 187 Millionen Euro in die 2016 anlaufende Fertigung. Jährlich sollen bis zu 100.000 Autos gebaut werden. Derzeit produziert Toyota Corolla und Verso in der Türkei. Von rund 135.000 für das Gesamtjahr 2014 vorgesehenen Autos waren 85 Prozent für den Export bestimmt. Renault arbeitet an der Nachfolgegeneration des Stufenheckmodells Fluence. Das als LFF bezeichnete Modell soll laut Angaben der Zulieferer im vierten Quartal 2016 im Oyak-Renault- Werk in Bursa in Produktion gehen. Die Fabrik, die neben dem Fluence vor allem Clio und Clio Grandtour baut, hat laut türkischen Medien Chancen auf ein weiteres Modell. Renault soll die türkische Produktion einer Pickup- Version des Dacia Duster erwägen, als zweiter Kandidat gilt das Werk im marokkanischen Tanger. Die neuen Investitionen ergänzen die 2014 abgeschlossenen Projekte wie den mit einer Kapazitätssteigerung um 110.000 Autos verbundenen Anlauf des Ford Tourneo/Transit Courier bei Ford Otosan in Gölcük oder den Produktionsstart des neuen Hyundai i20 im Autowerk Hyundai Assan in Izmit.
Produktion in der Türkei
Vollgas unterm Halbmond
Die Türkei wird für Europas Autoindustrie ein zunehmend wichtiger Fertigungsstandort. Tofas, ein Joint Venture von Fiat Chrysler Automobiles und der türkischen Koç Holding, feierte jüngst den Start von Lieferungen auf den US-Markt. Neben dem Fiat Doblň und dessen Ableger Opel Combo entsteht nun im Tofas-Werk in Bursa auch die USVersion Ram ProMaster City.