Mannheim. Auf der anderen Seite sind immerhin 51Prozent der Internetseiten auch für mobile Geräte optimiert. 56Prozent der Betriebe sind in sozialen Netzen aktiv, bei weiteren 16 Prozent ist dies in Planung. Entscheiden sich Betriebe gegen Social Media, sind die Gründe dafür meist interner Natur. Zu rund 70 Prozent führen sie den hohen Zeitaufwand und fehlende Personalkapazität an, 81 Prozent nennen den Mangel an Erfahrung. Dass ein Engagement nichts bringe sagen dagegen nur 38 Prozent. Etwa 20 Prozent gehen davon aus, die Kunden hätten daran kein Interesse. Bei den genutzten sozialen Medien dominiert klar Facebook, das bei den Autohäusern, die aktiv sind, auf 100 Prozent kommt, bei den Werkstätten auf 97 Prozent. Dahinter folgen mit großem Abstand Google+, Bewertungsportale, YouTube, Xing und Twitter. Gefragt, was die sozialen Netzwerke bisher gebracht hätten, stimmten die Betriebe vor allem Allgemeinerem wie der regionalen Ansprache von Kunden und einer Steigerung des eigenen Bekanntheitsgrads zu. Konkreten Erfolgen wie der Gewinnung neuer Kunden und Mitarbeiter oder der Steigerung des Umsatzes gaben die Betriebe dagegen im Schnitt nur 1,3 bis 3,0 von zehn möglichen Punkten. Auch in den sozialen Netzen gibt es große Unterschiede bei der Intensität der Nutzung. So pflegen immerhin drei Prozent der Betriebe ihre Auftritte mehrmals täglich. 23 Prozent aktualisieren nur monatlich oder gar noch seltener. Der ZDK und die Unternehmensberatung BBE Automotive, die die Befragung zusammen durchgeführt hatten, ziehen aus den Ergebnissen unter anderem den Schluss, dass Hersteller und Systemgeber gefordert sind, Autohäuser und Werkstätten im Netz zu unterstützen. Dem dürften auch die Betriebe offen gegenüberstehen. 67 Prozent sagten, sie wünschten sich hier mehr Hilfestellung. An dem Online-Selbsttest hatten sich 203 Betriebe beteiligt: 122 Autohäuser und 81 Werkstätten. Die Befragungsmethode ist allerdings nicht repräsentativ. Die Zahlen können deswegen nicht eins zu eins auf die gesamte Branche hochgerechnet werden.
Umfrage des ZDK
Viel Luft nach oben im Netz
Im Umgang mit dem Internet und sozialen Medien haben viele Autohäuser und Werkstätten großen Nachholbedarf. Eine aktuelle Befragung des ZDK, die auf dem CarCamp in Mannheim vorgestellt wurde, zeigt zwar die eindeutige Erwartung, dass Online-Marketing künftig an Bedeutung gewinnen wird – nur zwei Prozent der Betriebe verneinten dies –, doch die Konsequenz daraus zieht nur ein Teil. So hat mehr als die Hälfte kein oder nur ein sehr geringes Budget für Online-Marketing. 14 Prozent der befragten Werkstätten sagten, sie hätten keine eigene Website. Auch bei der Aktualisierung der eigenen Internetseiten gibt es Nachholbedarf: 80 Prozent der Werkstätten und 59 Prozent der Autohäuser tun dies nur ein- bis zweimal pro Monat oder seltener.