München. Kaum ein Thema bewegt zurzeit die Branche so sehr wie die Folgen der Digitalisierung im Vertrieb. Längst geht es nicht mehr nur darum, die Open Points auf der Landkarte auszumachen und zu besetzen – im Vertrieb von morgen rückt das stationäre Netz in den Schatten des virtuellen Netzes. Das zumindest prognostizieren viele Untersuchungen, und einige sehen das traditionelle Autohaus schon vor dem Aus.
„Wird der stationäre Autohandel künftig einfach weggeklickt?“ fragt etwa die Beratungsgesellschaft Arthur D. Little (ADL). Sie hat untersucht, wie das Internet das Konsumentenverhalten verändert und festgestellt, „dass die Branche die Potenziale der Online-Transformation des Autohandels nicht hinreichend ausschöpft“. Durch den steigenden Anteil der Online-Fahrzeugkäufe – bis 2020 rechnet ADL weltweit mit einem Anstieg von drei auf durchschnittlich sechs Prozent – geraten die Hersteller weiter unter Druck, Niederlassungen, Händler und Internet besser zu verknüpfen. Wenn dies nicht gelinge, wechselten die Konsumenten im Internet zwischen den Vertriebskanälen verschiedener Hersteller oder unabhängiger Anbieter – mit fatalen Folgen für die Kundenbindung.
Den Handel wiederum beschäftigt vor allem die Frage, wie er verhindern kann, selbst auf der Strecke zu bleiben. Denn theoretisch ist der Hersteller nicht auf die Autohäuser angewiesen, wenn er den Vertrieb ins Netz verlagert.