München. Gelegenheit macht Importeure: Beim Dollar-Tiefststand von knapp 1,50 Euro tauchen in den einschlägigen Internetbörsen vermehrt aus den USA reimportierte Fahrzeuge deutscher Hersteller auf. So kostet beispielsweise ein VW Passat Variant 2.0 TFSI 25.115 Dollar, in Deutschland mindestens 31.250 Euro. Selbst nach Zahlung von Zoll, Einfuhrsteuer und Umrüstkosten bleibt eine Ersparnis von rund 35 Prozent – ein verlockendes Geschäft, für Händler wie für Endverbraucher. „Die Margen sind bedingt durch den Wechselkurs sehr attraktiv, man kann gutes Geld verdienen“, bestätigt Thomas Herzig, Vorsitzender des Bundesverbands freier Kfz-Importeure. Das gilt natürlich auch für Fahrzeuge wie den Ford Mustang oder den Dodge Ram, die in Deutschland offiziell nicht angeboten werden.
Doch während ein Privatkunde bei einem US-Händler ein Auto problemlos erwerben und nach Deutschland holen kann, ist dieses Geschäft für Händler eigentlich illegal. „Dabei werden die Markenrechte verletzt, da freie Importeure vom Hersteller für den Verkauf ihrer Produkte nicht autorisiert wurden“, warnt Herzig. Innerhalb der EU besteht diese Problematik per Beschluss aus Brüssel nicht mehr. Wenn ein Hersteller einen Händler auf Verletzung der Markenrechte verklagt, kann es teuer werden. „Das hat schon einige Importeure in die Pleite gezwungen“, sagt Herzig. Dabei war allerdings oft die nicht zulässige Verwendung von Markenlogos der Klagegrund.
Beim US-Importeur Geigercars in München gibt man sich gelassen: „Wir wollen den Herstellern keine Konkurrenz machen, sondern Enthusiasten Fahrzeuge anbieten, die sie in Deutschland nicht bekommen.“ Die Nachfrage nach reimportierten deutschen Modellen sei in jüngster Zeit gestiegen. „Dabei gibt es allerdings einige Haken und Ösen, deshalb machen wir das nicht.“ Der günstige Wechselkurs sorgt aber auch bei den US-Fahrzeugen für günstigere Preise. „Wir können zwar nicht auf den Tageskurs reagieren, doch das Internet macht die Preise, und da müssen wir mitgehen.“