Berlin. Beim Wachstum helfen soll auch neue Software. Zusammen mit der Infrastruktur lässt S-Kreditpartner sich diese derzeit „einen fast zweistelligen Millionenbetrag“ kosten, wie Welsch sagt. Die Systeme innerhalb der Sparkassenwelt und für die Einkaufsfinanzierung stehen bereits. Die Absatzfinanzierung beim Händler folgt darauf aufbauend in diesem Jahr. Das neue System soll es ermöglichen, weitere Dienstleistungen wie Anschlussgarantien zu verkaufen. „Wir werden das ab nächstem Jahr anbieten“, sagt Welsch. „Aber die Autofinanzierung sollte im Vordergrund stehen und nicht der Vertrieb aller möglichen Zusatzprodukte. Denn letztlich hat der Kunde nur ein ganz bestimmtes Budget. Und wenn das anderweitig verbraucht wird, bleibt nichts mehr fürs Auto übrig.“ Ein Angebot im klassischen Autoversicherungsbereich ist angedacht, hat aber keine besondere Priorität, „auch, weil das sehr beratungsintensiv ist“. Weiteres Umsatzpotenzial sieht Welsch im Netz. „Das Onlinekreditgeschäft ist die am stärksten wachsende Nische“, sagt er. Noch muss er aber die Entscheidung der Sparkassen abwarten, welche Rolle S-Kreditpartner dort spielen soll. Ein bundesweites Onlinekreditangebot der Sparkassen, beispielsweise auf Vergleichsportalen wie Check24, gibt es noch nicht. Mit einer Präsenz dort könnten die Sparkassen auch auf der Gebrauchtwagenbörse AutoScout24 erscheinen, die auf Check24 zurückgreift. Der Geschäftsfokus von S-Kreditpartner liegt „klar auf dem Gebrauchtwagenmarkt“, wie Welsch sagt. Dort spielten subventionierte Angebote durch die Hersteller keine Rolle. „Das ist offener, da ist ein freies Spiel der Kräfte.“ Welschs Kundschaft besteht zu gleichen Teilen aus freiem Handel und Markenhandel. Für die geplante Ausweitung des Geschäfts sieht Welsch zwei „Ankerpunkte“, die dem Unternehmen Vorteile bringen: Zum einen habe man seit vielen Jahren Erfahrung in der Einkaufsfinanzierung und sei „neben Santander einzige echte Alternative zu den Herstellerbanken“. Zum anderen habe man als Verbundunternehmen der Sparkassen dank der Verbindungen der Institute vor Ort einen „sehr guten Zugang zu den Händlern“. Um diesen auszubauen, soll auch die Zahl der sogenannten Vollkooperationspartner steigen, die fast das gesamte Ratenkreditgeschäft über S-Kreditpartner betreiben. „Wenn wir mittelfristig mit der Hälfte aller Sparkassen arbeiten, wäre das für uns ein wichtiger Entwicklungsschritt“, meint Welsch. Auch das wäre, im Vergleich zum derzeitigen Stand, eine Verdopplung.
S-Kreditpartner
Verdopplung in fünf Jahren
S-Kreditpartner, der Spezialist der Sparkassen für Auto- und Konsumentenfinanzierung, will sein Geschäft in den kommenden Jahren kräftig ausbauen. Schwerpunkt ist das Gebrauchtwagengeschäft. „Idealerweise werden wir unser heutiges Geschäftsvolumen in den nächsten fünf Jahren verdoppeln“, sagt Geschäftsführer Jan Welsch. Im vergangenen Jahr lag das Neugeschäft bei 1,7 Milliarden Euro, der Kreditbestand bei 3,5 Milliarden.