Neu-Delhi. Der Kampf um den Wachstumsmarkt Indien ist voll entbrannt, da ausländische Unternehmen in alle Segmente vorstoßen. Selbst Harley-Davidson, USHersteller von Luxusmotorrädern, will in diesem Jahr gleich zwölf Modelle in Indien einführen. Zugleich wollen die indischen Hersteller durch verbesserte Technik und gesteigerten Export ihr Terrain verteidigen. Auf der zehnten Auto Expo 2010 in Neu-Delhi prallten die Kulturen aufeinander. Platzhirsch Tata geht in die entgegengesetzte Richtung und will seinen Billigstwagen Nano in überarbeiteter Form in den USA auf den Markt bringen.
Tata Motors plant, schon im nächsten Jahr den Indica in Westeuropa, hier zunächst in Großbritannien, mit Elektroantrieb anzubieten. Den Export aus Indien haben sich praktisch alle Hersteller auf die Fahnen geschrieben. Allerdings sehen sie, dass die Chancen nicht dieselben wie in der Vergangenheit sind: "Mit dem Ende der Abwrackprämien rechnen wir mit einem Rückgang unserer Verkäufe in Europa um etwa zehn Prozent. Wir werden aber versuchen, sie durch den Verkauf in Amerika, Afrika und Asien auszugleichen“, sagte Shinzo Nakanishi, Geschäftsführer von Maruti Suzuki, gegenüber Automobilwoche. Nakanishi bekommt aufgrund des Einstiegs von VW bei Suzuki demnächst seinen Konkurrenten zugleich zum Partner. "Theoretisch ist eine Reihe gemeinsamer Projekte denkbar, von Einkauf bis Entwicklung. Aber Volkswagen muss sich auch auf unseren hiesigen Partner Nissan einlassen“, mahnt er. Den Marktanteil von knapp 50 Prozent und die operative Marge von fast zehn Prozent in Indien will Nakanishi jedenfalls verteidigen. "2015 wollen wir 1,5 Millionen Einheiten in Indien fertigen und verkaufen.“