München. Der zunehmende Ausstattungsgrad der Fahrzeuge mit TRW-Produkten sei bereits in der Vergangenheit eine wesentliche Säule des Wachstums gewesen, betont John Plant. Der Chairman und Chef von TRW unterstrich im Gespräch mit der Automobilwoche, dass sich dieser Trend fortsetzen werde. Vor allem bei der aktiven Sicherheit werde die Nachfrage etwa nach Spurhalteassistenten oder Notbremssystemen nicht zuletzt durch verschärfte Tests wie dem Euro NCAP getrieben. Solche Technologien und Assistenzsysteme, die immer mehr Teilfunktionen des automatisierten Fahrens erlauben, „werden in den nächsten zehn Jahren prozentual das größte Wachstum in unserer Produktpalette erzielen“, betont Plant. Bislang tragen sie rund fünf Prozent zum Umsatz bei. Nach Plants Einschätzung werden sie die traditionellen Felder Brems-, Lenk- und Fahrwerksysteme aber nicht überholen. Besonders stark sieht sich TRW im Bereich der Sensorik. Bei nach vorn blickenden Kameras möchte Plant bis 2020 zum weltgrößten Hersteller werden und den Umsatz damit verzehnfachen – auf rund eine Milliarde Dollar. Eine Spitzenposition erwartet TRW auch bei Radarsystemen. Dass die immer weiter verbesserten Systeme zur Unfallvermeidung Einsparungen bei der passiven Sicherheit auslösen könnten, glaubt John Plant nicht: „Wir verwenden viel Energie darauf, Unfälle zu vermeiden. Aber wir können nie garantieren, dass keine Unfälle stattfinden.“ Passive Sicherheit werde also nicht obsolet. Im Gegenteil: Es werde auch hier höhere Ansprüche und entsprechende Verbesserungen geben. Jüngste Produkte sind etwa Airbags in der Mittelkonsole, die das Aneinanderprallen der Insassen beim Crash verhindern, oder Dachairbags, die Insassen besser schützen sollen. In China kann TRW von einem weiteren Trend profitieren. Dort bekommt der Umsatz pro Fahrzeug einen Zusatzschub, weil die Menschen teurere Fahrzeuge kaufen, die mit mehr Sicherheitstechnik ausgestattet sind. In den vergangenen sechs Monaten sei der Pkw-Absatz in China um zehn bis zwölf Prozent gestiegen, während der TRW-Umsatz dort um etwa 20 Prozent zulegte. Für 2013 plant TRW in China drei Milliarden Dollar Umsatz. Gefertigt wird dort in 22 Fabriken, weitere dürften 2014 folgen. Die Investitionen in Wachstum fordern allerdings ihren Preis: Der Nettogewinn ging 2012 um gut zehn Prozent auf eine Milliarde Dollar zurück. Den Aktionären versüßt TRW diese Entwicklung mit einem Aktienrückkauf im Wert von einer Milliarde Dollar und einer historisch niedrigen Nettoverschuldung von 239 Millionen Dollar.
Umsatzschub durch Assistenzsysteme
Dem Zulieferer TRW verhelfen derzeit zwei Entwicklungen zu guten Geschäften: Der Boom von Sicherheits- und Assistenzsystemen lässt den TRW-Umsatz pro Fahrzeug anwachsen. Zudem werden zunehmend mehr Pkw produziert, weshalb das Unternehmen aus Michigan für 2013 mit bis zu 17 Milliarden Dollar einen neuen Umsatzrekord anpeilt.