München. Der TÜV Süd will künftig verstärkt freie Werkstätten für den Service an Hybridfahrzeugen schulen und startet dazu eine eigene Seminarreihe. In einer 80-stündigen Ausbildung zur „Elektrofachkraft für festgelegte Tätigkeiten bei Arbeiten an Hybridfahrzeugen“ werden Kfz-Mechaniker und -Mechatroniker für den Umgang mit Spannung bis zu 1000 Volt geschult. „In den vergangenen beiden Jahren haben wir bereits Mitarbeiter aller deutschen Autohersteller im Umgang mit der Hochspannung bei Hybridfahrzeugen geschult, nun wollen wir freie Werkstätten für dieses Thema sensibilisieren“, sagt Tilo Scholz von der Akademie des TÜV Süd.
Scholz zufolge schreibt die Berufsgenossenschaft eine Fachausbildung vor, damit Mechaniker und Mechatroniker mit Hochspannung arbeiten dürfen. Die Wettbewerber des TÜV Süd halten sich mit vergleichbaren Angeboten bislang aber zurück. Der TÜV Rheinland hat ebenso wie der TÜV Nord keine Hybrid-Seminare im Programm. Auch die Prüfdienstleister von GTÜ und KÜS bieten bislang keinen Hochspannungs-Kurs. In der Autobranche gibt es derzeit auch noch keinen Konsens darüber, ob eine Zusatzausbildung die vom TÜV Süd gebotenen 80 Stunden umfassen muss oder auch deutlich kürzer ausfallen kann. „Kfz-Mechaniker, -Elektriker und -Mechatroniker können die Hochvoltanlagen spannungsfrei schalten, wenn sie eine Zusatzqualifikation nachweisen. Nach aktuellem Diskussionsstand sollte diese Zusatzqualifikation in einer externen Schulung innerhalb eines Tages erworben werden“, teilte das Deutsche Kfz-Gewerbe auf Anfrage mit.
Bei Toyota Deutschland bietet man seit Einführung der Hybridtechnik ebenfalls entsprechende Schulungen an, die auch freien Werkstätten oder Dienstleistern wie dem ADAC offenstehen. Vier Tage dauert hier die Hybrid-Ausbildung. Ein Toyota-Sprecher: „Wir legen es unseren Händlern und Werkstätten nahe, mindestens einen Mitarbeiter zur Schulung zu schicken.“