Barcelona. Dafür haben die Japaner neben der Form das Format des mindestens 26.650 Euro teuren SUV geändert. Der RAV4 ist nicht nur schmucker und schnittiger, sondern vor allem größer geworden: War die Erstauflage 1994 noch 3,69 Meter kurz, misst die vierte Generation nun 4,57 Meter. Gegenüber dem direkten Vorgänger ist dies ein Plus von fast 21 Zentimetern. Gleichzeitig sind der Radstand um zehn und die Breite um drei Zentimeter gewachsen. Auf der Rückbank hat man deshalb künftig mehr Platz als in mancher Mittelklasselimousine, und der Kofferraum sticht mit 547 Litern viele Kombis aus. Im Schnitt ist der RAV4 beim Generationswechsel elf Prozent sparsamer geworden, obwohl die Motoren nur im Detail verändert wurden. Wie bisher gibt es einen Benziner mit 2,0 Liter Hubraum und 150 PS sowie einen 2,2 Liter großen Diesel mit 151 PS, die beide ausschließlich mit Allrad ausgeliefert werden.
Neu ist nur ein 2,0-Liter-Diesel mit 124 PS. Weil er ausschließlich mit Frontantrieb und Start-Stopp- Automatik ausgeliefert wird, markiert der Motor mit 4,9 Litern beim Verbrauch die Untergrenze. Angesichts des späten Starts Mitte April und der geringen Zuteilung aus der japanischen Produktion sind die Zulassungserwartungen vergleichsweise gering. Nach 5600 Einheiten 2012 kalkuliert Selzer beim neuen Modell für dieses Jahr mit gerade einmal 6000 Exemplaren. „Wenn die Konjunktur anzieht, der Boom für die SUVs anhält und wir genügend Autos bekommen, sollten wir künftig aber über 10.000 Einheiten kommen.“ Helfen könnte ein Hybridantrieb. „Denn mittlerweile ist es uns gelungen, diese Technik auch in Deutschland aus der Nische zu holen“, sagt Selzer. Derzeit würde jeder zweite Auris oder Yaris mit elektrischem Hilfsmotor bestellt. Dass der im RAV4 fehlt, ist auch Selzer bewusst: „Früher hatten wir Hybrid, und keiner wollte etwas davon wissen. Jetzt müssen wir uns fragen lassen, warum wir in einzelnen Baureihen noch keinen Hybrid anbieten.“ Doch zumindest mittelfristig sei Abhilfe in Sicht, sagt der Deutschland-Chef: „Bis 2020 haben wir für jede Baureihe ein Hybridmodell versprochen. Spätestens dann ist also auch der RAV4 an der Reihe.“Toyotas neue Familienkutsche
Der Toyota RAV4 nimmt Abschied vom Abenteuer: Der vor fast 20 Jahren als eines der ersten SUVs gestartete Allradler soll nach rund 4,5 Millionen Exemplaren künftig vor allem Kombis und Vans Konkurrenz machen. "Bislang eher ein Männerauto, wollen wir damit jetzt verstärkt Familien ansprechen“, sagt Deutschland-Chef Ulrich Selzer.