München. Beweisen muss Toyota beim Hybrid also nichts mehr. „Es geht nicht ums Können, es geht darum, dass es ein Geschäftsmodell werden soll“, sagt Ulrich Selzer, Geschäftsführer Toyota Deutschland. Kein Hersteller bietet ein solch breites Angebot an Hybridmodellen wie Toyota. Im vergangenen Jahr erschien der Auris Hybrid. Nicht nur, dass die Full- Hybrid-Technik damit erstmals Einzug in die Golf-Klasse fand – die Hybrid-Version kostet weniger als ein vergleichbares Modell mit Dieselmotor. Ähnlich funktioniert das Konzept beim Yaris Hybrid: „Wir registrieren einen Bestelleingang von fast 50 Prozent, 20 Prozent waren geplant“, so Selzer. Nachteil: Die Kunden müssen dadurch bis zu sechs Monate auf den Yaris Hybrid warten.
Derzeit hat Toyota fünf Hybridmodelle im Programm. Bei der Tochter Lexus sind es vier. 2012 setzte man in Deutschland zusammen 15.000 der Doppelherz- Varianten ab. 70 Prozent aller Hybridautos in Deutschland stammen von den Japanern. Bis Ende 2015 plant Toyota, seine Hybrid- Flotte kräftig zu erweitern. „Wir werden 21 neue und überarbeitete Hybridmodelle auf den Markt bringen“, sagt Didier Leroy, Präsident von Toyota Motor Europe. Kein Segment soll ausgelassen werden. Bereits im Sommer erscheint der Auris Touring Sports (Kombi) als Hybrid. Was nach unten noch möglich ist, darauf gaben die Japaner mit dem FT-Bh Concept einen ersten Ausblick. Die Studie eines 800 Kilogramm leichten City-Cars nimmt den möglichen Yaris-Nachfolger vorweg und besitzt als Vollhybrid einen Ein-Liter- Zweizylinder. Möglich ist auch eine Plug-in-Variante. Toyota verspricht damit einen CO1-Ausstoß von 19 Gramm je Kilometer. Hybridantriebe erhalten auch der RAV4 sowie der nächste Avensis.
Auch für Toyota heißt die Brückentechnologie zur Elektromobilität Plug-in-Hybrid. Kein anderer Autohersteller aber kann diesen Schritt leichter vollziehen. Die Bausteine hierzu liegen fertig entwickelt im Regal. Mit dem Prius Plug-in-Hybrid haben die Japaner einen Hybrid, dessen Batterie an der Steckdose aufgeladen werden kann. „Wir erwarten global einen Anteil von zehn Prozent, also über 30.000 Einheiten pro Jahr“, so Europa-Chef Leroy. Zahlen, von denen deutsche Hersteller wohl noch lange träumen dürften. Volkswagen unternimmt derzeit in Sachen Plug-in die ersten Gehversuche und plant für 2014, den Golf damit an den Start zu schicken. Ein passender Name allerdings fehlt den Wolfsburgern noch.