Köln. Noch schwimmt die Toyota Deutschland GmbH gelassen auf einer anschwellenden Welle von Neuzulassungen -- plus 4,8 Prozent in den ersten acht Monaten 2005 auf 90.642 Einheiten. Für das gesamte Jahr wird sogar ein Wachstum von 8,5 Prozent angepeilt. Doch Markus Schrick, Vice President und Geschäftsführer der Toyota Deutschland GmbH, bleibt realistisch: "Das Wachstum wird sicherlich fluktuieren. Wenn wir ein Jahr der Konsolidierung einlegen, was wahrscheinlich ist, müssen wir anschliessend umso stärker wachsen."
Zunächst einmal schrumpft jedoch das Modellangebot. Der Kompaktvan Avensis Verso flog bereits im Mai aus dem Toyota-Programm, und auch der kleinere Yaris Verso ist nicht mehr bestellbar. Die achtsitzige Grossraumlimousine Previa verschwindet zum Dezember aus den Preislisten. Die Sportler MR 2 und Celica werden ebenfalls zum neuen Modelljahr nicht mehr in Deutschland angeboten. Neue Fahrzeuge sind in diesen Segmenten derzeit nicht in Sicht. Diese Massnahmen sorgen bei der ansonsten zufriedenen Händlerschaft für Unverständnis. "Wir verlieren dadurch Kunden, die später teuer zurückerobert werden müssen", klagt ein ostdeutscher Händler. Schrick sieht das naturgemäss anders: "Mit der verbleibenden Produktpalette können wir ein höheres Gesamtvolumen erreichen." Dazu sollen vor allem die Neuauflagen des Kleinwagens Yaris und des SUV RAV4 beitragen.
Beide Fahrzeuge werden auf der IAA präsentiert. Bei der Entwicklung lieferte Toyota Deutschland einige Ideen. "Speziell beim Styling des Yaris kam viel Input von uns", so Schrick. Deshalb erwartet er gegenüber dem aktuellen Yaris eine 20-prozentige Steigerung der Verkäufe, was rund 25.000 Einheiten pro Jahr entspräche. Ab 2010 will Toyota hier zu Lande jährlich 200.000 Autos verkaufen. Für das Jahr 2005 sind 135.000 Neuzulassungen geplant. Dass dazu nicht allein gute Produkte, sondern auch mehr Sympathie für die Marke nötig sind, ist Schrick bewusst: "Wir müssen der Marke eine Seele geben. Dazu führen wir die Menschen stärker an Toyota heran, was uns über die Formel 1 sehr gut gelingt. Dieses Engagement wird sich auszahlen -- sobald wir bessere Ergebnisse einfahren."
Während die Formel 1 zur Kür gehört, stellt die Basisarbeit am Service-Annahme-Schalter die Pflicht dar. "Selbst bei einer Inspektion muss der Kunde wie ein König behandelt werden", so Schrick. Damit sich die Händler mehr um ihre Kunden kümmern können, wird der Importeur den hohen Verwaltungsaufwand reduzieren. "Die administrativen Aufgaben sind analog unserer Fahrzeugverkäufe gestiegen. Wir versuchen nun, die Prozesse effizienter zu gestalten. Das geht aber nicht von heute auf morgen."