Berlin. Toyota betreibt als erster asiatischer Automobilhersteller Lobbyarbeit in Berlin. Obwohl der Berlin-Beauftragte der Japaner, der Technik-Spezialist Hans-Peter Wandt, sein Büro erst im Januar 2007 bezogen hat, scheint sich der Aufwand schon bezahlt zu machen. Immerhin hat Renate Künast, Fraktionsvorsitzende der Grünen, schon zu Beginn der allgemeinen CO2-Diskussion öffentlich zum Kauf von Toyotas Hybridmodell Prius aufgerufen.
Und auch Bundestagsvizepräsidentin Katrin Göring-Eckhardt, die sich seit Dezember im Hybrid-Lexus-Dienstwagen chauffieren lässt, hat bei Fragen zum Thema Auto mit Wandt einen Ansprechpartner vor Ort.
Für Wandt ist die Nähe zum Gesetzgeber wichtig, da Toyota "auch neue Fahrzeugtypen zulassen" will. Über die Zulassungsregularien wird in Berlin entschieden. Dass den Japanern, die als einziger Autobauer mehrere Benzin-Elektro-Hybridmodelle im Angebot haben, die aktuelle CO2-Diskussion zupasskommt, ist verständlich. Künasts Aufruf jedoch, die Deutschen möchten den Toyota Prius kaufen, "ist uns zu viel und war nicht unser Wunsch", betont Wandt.
Während das als äußerst umweltfreundlich geltende Modell (CO2-Ausstoß: 104 g/km) hierzulande auch mit einer Altwagen-Eintauschaktion auf nennenswerte Stückzahlen gebracht werden soll (Wandt: "Eine reine Marketing-Maßnahme."), kehrt in den USA Hybrid-Normalität ein. "Da wir auf dem US-Markt im vergangenen Jahr mehr als 100.000 Prius verkauft haben, ist er zum Mainstream-Fahrzeug geworden", sagt Jim Farley, Marketing-Chef von Toyota USA.
Daher werde der Verkauf mit Incentives gestützt. Zur gleichen Zeit, als deutsche Politiker dazu beitrugen, Toyotas grünes Image zu fördern, konnten die US-Kunden den Prius zu günstigen Leasingkonditionen oder mit niedrigen Zinsen erwerben. Der Grund: Toyota hat das USA-Kontingent auf 150.000 Autos angehoben, die Nachfrage hingegen sinkt.
In Deutschland gingen die Prius-Verkäufe im Januar gegenüber dem Vorjahresmonat um 46,8 Prozent zurück. Dennoch sind die Japaner zuversichtlich, in diesem Jahr die Neuzulassungen von 3039 auf rund 5000 steigern zu können. Dabei ist Toyota laut Wandt "allen Fraktionen und Parteien gegenüber offen, die so ein Fahrzeug möchten".