München. In seinem Produktionssystem, das wegen seiner Effizienz gerühmt wird, sieht Toyota noch Reserven für deutliche Produktivitätssteigerungen bei Modellwechseln. „Bei einer neuen Fahrzeuggeneration erwarten wir eine Produktivitätssteigerung zwischen 30 und 50 Prozent“, sagte Toshio Horikiri, CEO von Toyota Engineering, am Rande der Production Systems 2008 gegenüber der Automobilwoche. Derzeit seien jedoch eher 30 Prozent realistisch, wie Horikiri zugeben muss. Konkurrent General Motors erzielt bei einem Modellwechsel nur eine zehnprozentige Steigerung der Produktivität. Laut Horikiri sind die Verbesserungen bei der Effizienz unabhängig vom Modell und gelten daher auch für Hybridfahrzeuge. „Die erste Generation des Prius war nicht profitabel“, gibt Horikiri zu.
Mit der dritten Generation, die auf der North American International Auto Show in Detroit im Januar 2009 enthüllt werden soll, könne man nun „gutes Geld“ verdienen. In Europa konnte Toyota seit der Markteinführung vor acht Jahren 100.000 Prius verkaufen. Im vergangenen Jahr erwarben in Europa 32.037 Kunden einen Prius. Für das laufende Jahr plant der Autohersteller eine Steigerung der Hybrid-Verkäufe um 20 Prozent. Eine Verkürzung der Entwicklungszeiten von aktuell rund vier Jahren hält Horikiri zumindest derzeit für nicht möglich. „Wir haben bereits ausprobiert, reale Prototypen durch virtuelle auszutauschen, doch menschliche Empfindungen bei greifbaren Dingen sind nicht immer ersetzbar“, sagt Horikiri. Der Faktor Mensch sei überdies entscheidend beim Toyota-Produktionssystem.„Die Autonomisierung der Mitarbeiter führt automatisch zu einer Qualitätssicherung auf hohem Niveau“,erklärt Horikiri. Die Aufgabe der Führungskräfte sei es, konstante Ziele zu setzen und die Mitarbeiter für die Erreichung der Ziele entsprechend zu loben. „Erst dann sind die Arbeiter motiviert, das nächste Ziel erreichen zu wollen“, so Horikiri.