Ostfildern. Für die 1931 gegründete DAT ist der Fairgarage-Kauf ein Sprung in das Geschäft eines Start-ups und in einen völlig neuen Dienstleistungsbereich. Seit das Unternehmen im Herbst 2012 eine neue Führung mit Jens Nietzschmann an der Spitze bekam, gibt die DAT kräftig Gas. Dass der neue Chef einiges vorhat, wird deutlich, wenn er etwa im Automobilwoche-Interview erklärt, die DAT stehe „am Anfang einer neuen Ära“. Dabei kündigte Nietzschmann auch an, künftig neben Daten verstärkt Prozessoptimierung anzubieten. Geliefert wurde schon wenige Monate später: Zur IAA startete das Angebot myClaim, ein Produkt, das auf Basis von SilverDAT die Abwicklungsprozesse im Schadensmanagement erleichtern soll. Im ablaufenden Jahr expandierte die DAT allerdings nicht nur in neue Angebote, sondern auch in neue Märkte. Im April wurde das Geschäft in den Niederlanden aufgenommen, im Juli kündigte das Unternehmen den Markteintritt in Polen an, und noch im selben Monat wurde eine Tochtergesellschaft in Ungarn gegründet. Man geht kein großes Risiko ein, wenn man drauf wettet, dass es spätestens 2014 die nächsten Auslandstöchter geben wird.
TOP 2013: Auf zu neuen Ufern
Der überraschendste Coup kam pünktlich zur IAA: Die DAT übernahm Fairgarage. Für eine nicht genannte, dem Vernehmen nach aber nicht besonders hohe Summe schnappte sich der Informationsanbieter das Werkstattportal. Dabei profitierte die Deutsche Automobil Treuhand von ihrer besonderen Stellung: Weil sie Herstellern, Importeuren und Kfz-Gewerbe gehört, hat sie bei den Werkstätten einen entsprechenden Vertrauensbonus. Das hilft dabei, Werkstätten für das Portal zu gewinnen – auch, weil vom ZDK von Anfang an Zustimmung für den Kauf und das neue Angebot kam. Der Verband sieht ein Werkstattportal lieber in den Händen der DAT als unter der Führung rein gewinnorientierter Eigentümer.